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Hydrostatik.
Wasser, während das magere Fleisch, außer man entnimmt
ihm das Blut und die anderen Säfte, schwerer ist; die
Knochen sind natürlich schwerer als die weichern Theile des
Körpers. Daraus kann man schließen, daß die Fähigkeit
auf dem Wasser zu schwimmen, nicht lediglich von der relativen ¬
specifischen Schwere der festen und flüssigen Theile,
welche den menschlichen Körper bilden, abhängt; man findet
daher auch, daß der Körper eines Ertrunkenen oder gleich nach
erfolgtem Tode in das Wasser Geworfenen untersinkt: wenn
aber mehrere Tage verflossen sind, so steigt die Leiche wieder ¬
auf die Oberfläche des Wassers empor, weil sich durch
die begonnene Fäulniß Gas in dem Körper entwickelt hat,
dieser mithin specifisch leichter geworden ist als das Wasser. ¬
Es ist also hauptsächlich die in den hohlen Theilen
des Körpers, namentlich in den Lungen befindliche Luft,
welche es einem Menschen möglich macht, auf der Oberfläche ¬
eines Flusses oder Teiches zu schwimmen.
Man hat jedoch glaubwürdige Nachrichten von Personen ¬
deren Körper um so viel specifisch leichter als das
Wasser war, daß sie nicht untersinken konnten. So lebte
in Neapel im Jahre 1707 ein Priester, Namens Paulo
Moccia, dessen ausserordentliche Leichtigkeit sich über dem
Wasser zu erhalten, die öffentliche Au merksamkeit auf sich
zog. Dieser Mann konnte auf dem Meere wie eine Ente
schwimmen, und wenn er sich senkrecht erhob, reichte das
Wasser nur bis zu dem Nabel, ja es wird berichtet, daß,
wenn ein anderer untertauchte und ihn bei den Füssen auf
den Boden niederzog, er, so wie er loßgelassen wurde, wieder ¬
nach der Oberfläche emporschoß. Der Körper dieses
Mannes scheint um 30 Pfund leichter gewesen zu sein, als
ein ihm gleicher Rauminhalt Wasser. Diese eigenthümliche ¬
Bildung hing offenbar davon ab, daß er sehr fett
war und sehr dünne Knochen hatte; überdieß mochten seine
Lungen fähig gewesen sein, mehr Luft als gewöhnlich zu
halten; auch mochte sich in dem Unterleib in Folge einer
Krankheit, die man die Windwassersucht nennt; oder aus
irgend einer anderen Ursache, Luft angehäuft haben.
Die meisten sehr dickbeleibten und gesunden Leute wer¬