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Civilrecht.
Ich behaupte nicht zuviel, wenn ich die Worte vel legum
vel auctoritate für ein Emblem erkläre; schon aus sprachlichen
Gründen ist eine Aenderung geboten, wie sich sofort jedem Leser
ergiebU); überdies wissen wir nichts von Gesetzen, welche in
republikanischer Zeit das Notherbrecht geordnet hätten, und sicher-
lich sind dieser Zeit die declaratorischen Gesetze völlig fremd.
Dann gelangen wir zu dem Satze, daß das formale Notherb-
recht in der interpretatio der republikanischen Juristen seinen
Ursprung hat. Rudorfs nennt einmal ihre Wirksamkeit die
Transaetion zwischen dem Zwölstafelgesetz und dem practischen
Bedürfnis), und es ist uns genug überliefert, um den Schluß
zu rechtfertigen, daß sie nicht anstanden, den Gesetzesworten
Gewalt anzuthun, wenn das Lebensbedürfniß es verlangte. Aber
freilich: gesetzgeberische Befugnisse besaßen sie nicht, und bei allem
Zwang, den sie den Worten anthaten, blieben sie doch an die
Wortes gebunden, auf den Kopf konnten sie sie nicht stellen.
Die Interpretation der republikanischen Juristen wird uns von
Paulus in 1. 11 I). de lib. et post. 28,2 überliefert:
In suis heredibus evidentius apparet continuationem
dominii eo rem perducere, ut nulla videatur hereditas
esse, quasi olim hi domini essent, qui etiam vivo patre
quodammodo domini existimantur. Unde etiam filius
familias appellatur sicut paterfamilias, sola nota hac ad-
iecta, per quam distinguitur genitor ab eo qui genitus
sit. Itaque post mortem patris non hereditatem percipere
videntur, sed magis liberam bonorum administrationem
consequuntur. Hac ex causa, licet non sint heredes
ausgeschlossen, soweit anzunehmen ist, daß der Erblasser auch bei Kenntniß
der Sachlage die Verfügung getroffen haben würde."
x) Man müßte, wenn man nicht meiner obigen Meinung beitritt,
jedenfalls das Wort auctoritate streichen; oder man müßte das erste vel
streichen, und das zweite vel durch et ersetzen.
2) Rechtsgeschichte Bd. I S. 5.
3) Eben jene Worte, die in 1. 120 eit. referirt sind.