Inhaltsverzeichnis : Dritter Band (3)

Vorn  der  Gezburt.
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tungen  von  Thouret  und  Pineau,  so  wie  in  unseren  Zeiten  von
Chaussier  und  Béclard  erwiesen.  Auch  findet  man  bei  Frauen
welche  geboren  haben,  das  Becken  etwas  weiter  als  bei  Jungfrauen.
Nur  in  manchen  Fällen,  dergleichen  Haller  (Nr.  95.  VIII.  p.  435)
Tenon  (Nr.  429.  VI.  p.  147  bis  200)  und  Murat  (Nr.  171.
LIV.  p.  19  bis  29)/gesammelt  haben,  weichen  bei  schweren  Entbindungen ¬
  die  Schambeine  ganz  aus  einander;  /  dies  beruht  darauf,  daß
der  Knorpel  der  Fuge  nicht  wie  gewöhnlich  unpaarig,  sondern  in  der
Mittellinie  getheilt  ist,  und  die  Abnormität  dieses  Auseinanderweichens ¬
  ergiebt  sich  nicht  nur  aus  dem  meist  tödtlichen  Erfolge  solcher
Entbindungen,  sondern  auch  aus  dem  Vorkommen  desselben  bei  nicht
schwangeren  Frauen  und  selbst  bei  Männern,  wenn  eine  äußere  Gewalt ¬
  eingewirkt  hat.  —  So  scheinen  auch  die  Schwanzwirbel  zum
Gebären  sich  vorzubereiten,  wenigstens  werden  sie  nach  Autenrieth
(Nr.  370.  p.  19)  um  diese  Zeit  an  der  noch  zum  Hinterleibe  gehörigen ¬
  Wurzel  des  Schwanzes  beweglicher  und  erheben  sich,  so  daß
aufmerksame  Landwirthe  daraus  das  bevorstehende  Gebären  erkennen. ¬

c)  Das  Becken  ist  kein  einfacher  Ring,  sondern  mehr
einem  gekrümmten  Canale  zu  vergleichen,  da  die  hintere  Fläche  seiner ¬
  vorderen  Wand  (Schambeine)  gewölbt,  und  die  vordere  Fläche
seiner  hinteren  Wand  (Kreuzbein)  ausgehöhlt  ist,  und  diese  Krümmung ¬
  ist  beim  Weibe  stärker  als  beim  Manne  (§.  162,  c).  In
Folge  dessen  ist  denn  die  Centrallinie  (Axe,  Richtungslinie)  gekrümmt,
wie  denn  auch  Fruchthälter  und  Fruchtgang  hinten  in  einem  Winkel
zusammentreffen,  während  der  Boden  des  ersteren,  so  wie  die  Mündung ¬
  des  letzteren  mehr  nach  vorne  liegt.  Dadurch  wird  denn  das
Herabdrängen  der  Eingeweide  durch  einen  senkrechten  Druck  verhütet, ¬
  der  Embryo  aber  bestimmt,  sich  bei  seiner  Geburt  in  einer
Bogenlinie  zu  bewegen.  —  d)  Das  Becken  ist  ferner  einem  schräge
gestellten  Ringe  zu  vergleichen,  welcher  hinten  (an  der  Wirbelsäule)
höher  steht  als  vorne  (§.  162,  a),  oder  von  der  Richtung  der
Rumpfhöhle  nach  hinten  und  unten  abweicht:  die  gedenkbare  Fläche
des  Beckeneinganges  bildet  gegen  die  Horizontalebene  einen  Winkel
von  55  bis  60,  indem  der  obere  Rand  des  Kreuzbeines  3  Zoll
bis  3  Zoll  11  Linien  höher  steht  als  der  obere  Rand  der  Schamfuge; ¬
  und  die  denkbare  Fläche  im  geraden  Durchmesser  des  Becken¬
            
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