Einleitung
Das Ende der grossen Bewegung in der Geschäftswelt Deutschlands, ¬
welche mit dem Ausgang des französischen Krieges
begann und unter dem Namen der Gründerperiode bekannt
ist, fiel ziemlich genau mit dem Ende des Jahres 1872 zusammen. -
Seitdem hat unser Vaterland länger als sechs
Jahre unter den Nachwirkungen dieser Zeit gelitten. Dem
lebenden Geschlecht ist eine Bewegung nicht erinnerlich,
deren Folgen auf wirthschaftlichem Gebiet von so nachhaltiger ¬
und verheerender Wirkung gewesen wären. Der
Nationalwohlstand hatte in Deutschland seit dem Ende des
Krimkrieges einen gewissen Aufschwung genommen, und seit
dem Ausgang des Krieges von 1866 hatte er sich wesentlich
gehoben. Es war, zumal im Norden und Osten des Landes,
ein Maass von allgemeiner Wohlhabenheit sichtbar geworden,
das man dort früher nicht gekannt hatte. Die Gründerperiode
schien im Momente ihres Beginns diese Wohlhabenheit noch
wesentlich zu steigern; sie schuf auch in der That binnen
Jahr und Tag eine grosse Anzahl reicher Leute. Aber es
ist längst klar, dass der später erfolgte allgemeine Zusammensturz ¬
mehr vernichtet hat, als seit dem Anfang des Jahres
1871 aufzubauen gelungen war. Der Wohlstand wurde wieder
wesentlich reducirt, viele beträchtliche Vermögen wurden
vernichtet, eine grosse Zahl von Sparpfennigen verschwand,
an ihre Stelle trat Verschuldung, Kummer und Elend. Ein
nicht geringer Theil der Bevölkerung musste die sorgenvolle
Arbeit der Gründung einer Existenz ganz von Neuem
beginnen; Viele, die sich vorher in gemächlichen Vermögensverhältnissen ¬
befunden hatten, wurden gezwungen, bei inLÖWENFELD, ¬
Actiengesellschaften.