Diebl's „Offenes Wort über die landw. Krisis.
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Consum alle Stände und zwar in zunehmendem Maass nach aufsteigendem Rang derselben, ¬
und äussert sich in dem Bestreben der Einzelnen, Ansprüche zu stellen, welche
der öconomisch höher qualificirte Stand geniesst.
Schliesslich der administrative Staatsaufwand.
Auch hier liegt der Kern der Reform in dem öconomisch begründeteten Relativismus. ¬
Man erkenne doch, dass es eine Skala ökonomischer Qualification der
Staaten giebt. Diesen entspricht eine Stufenleiter naturgemässer Consumtypen, -
welche den einzelnen Staatsindividuen als Ziel gelten müssen.
Aus diesem Standpunkt einen Blick auf die büreaukratische Organisation der
Staatsverwaltung geworfen, präsentirt sich diese vielfach als ein Rattenkönig von unnatürlichen ¬
kostspieligen Experimenten. Wie grundlos und sonderbar ist es doch gewesen, ¬
Institutionen öconomisch höher qualificirter Staaten in tiefer stehende zu importiren. ¬
Innerhalb eines Reiches sind ja sogar für verschieden qualificirte Länder
diverse Consumtypen aufzustellen für allen jenen öffentlichen Verbrauch, welcher einer
selbständigen länderweisen Einrichtung unterzogen werden kann.
Welches Wirrsal von öconomischen Zwangslagen ist durch eine abstracte, uniformirende -
Gesetzgebung allenthalben hervorgerufen worden.
Auch im unreproductiven Consum kann von einem Ideale der Gleichheit -
keine Rede sein. Hinweg mit diesem Phantom, zurück zu den von
der Natur gezogenen Kreisen und Begrenzungen!
Für das Gesammtgebiet des Consums ergiebt sich, gegenüber der
Illusion von anstrebender idealer Gleicheit, das Gesetz von relativen öconomischen -
Consumtypen.
Die Construction dieser Mustertypen des Consums für die einzelnen wirthschaftlichen -
Kreise ist durch öconomistische Begründung ausführbar.
In der gewerblichen Oeconomik hat die Intensität des Verbrauches sich nicht
allein nach technischen, sondern auch nach den ökonomischen und staatswissenschaftlichen ¬
Umständen zu richten. Der Privat- und Staatsconsum mus öconomisch
gerechtfertigt sein. Der Gesammtconsum hat auch ethische Läuterung
zu erfahren.
Durch den Gebrauch dieser Grundsätze ist bei Organisation des Consums im Gewerbsleben ¬
sowohl, als dem öffentlichen Privatconsum für jeden einzelnen Fall der
entsprechende Mustertypus offenen Blickes, mit fachmännischer Würdigung der Cmstände -
zu erkennen.
Wer sich von dem beschränkten Gesichtspunkt angewöhnten Verbrauches nicht
zu erheben, von den ungesunden Begriffen idealer Behürfnissansprüche nicht zu
emancipiren vermag, der wird eine naturgemässe Reform des Consums nimmer zu
Stande bringen.
C. Diebl.
Schloss Lösch bei Brünn.
Vergleiche ferner:
Economisten. Systein einer Reform der gewerblichen Oeconomik und der politischen -
Oeconomie. Von E. Diebl, Güterdirector. Wien 1878. Verlag von Faesy
u. Frick, k. k. Hofbuchhandlung.