Inhaltsverzeichnis : ¬Das Colonatsrecht (1)

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vgl.  Schwenck  a.  a.  O.  S.  211.  748.),  was  mir  wahrscheinlicher ¬
  ist,  da  der  hiesige  größere  Colonatsbesitzer  in  ähnlicher ¬
  Weise  sein  Gesinde  noch  jetzt  „das  Volk"  und  die
Gesinde=  oder  „Leute=Stube“  auch  die  „Völker=Stube“
nennt.
Eine  andere  Art  der  Ableitung  des  Worts  Dorf  hängt
mit  Torf—Rasen  zusammen.  Dorf  findet  sich  allerdings
vielfach  in  Deutschland  als  das  Endwort  bei  zusammengesetzten ¬
  Namen  ländlicher  Ortschaften;  Dorf,  Dorfschaft  ist  sogar
der  Gegensatz  zur  Stadt  geworden.  Dennoch  ist  Dorf  und
wiederum  mit  Versetzung  des  „r"  Trup  nicht  das  ausschließliche ¬
  oder  auch  nur  vorherrschende  Endwort  bei  solchen  Benennungen. ¬
  Von  den  einfachen  Ortsnamen  ganz  abgesehn,
giebt  es  insbesondere  im  hiesigen  Lande  zahlreiche  derartige
Zusammensetzungen  unter  andern  mit  Bruch,  Heide,  Siek
(seichte  Gegend,  Sumpf),  Mar  (ziemlich  dasselbe  —  Moor
bedeutend),  Berg,  Thal,  Haus,  Born  und  Beke  (Bach
Feld,  Wald,  Holz  und  dafür  auch  das  gleichbedeutende
Loh.  Einige  dieser  letzten  Worte  erinnern  wieder  an  das:
„ut  fons,  ut  campus,  ut  nemus  placuit“  des  Tacitus.
Warum  ist  nun  aber  dennoch  „Torf"  die  allgemeine  Benennung ¬
  für  eine  ländliche  Ortschaft  geworden,  wenn  wir  das
jetzige  „Dorf"  davon  ableiten  wollen,  und  warum  ist  dafür
nicht  das  hier  im  Lande  z.  B.  ebenso  oft  vorkommende  Wort:
Bruch  oder  Becke  gebräuchlich  geworden?  Es  giebt  hierfür,
wie  es  mir  scheint,  nur  eine  Erklärung.  Es  ist  schon  oben
S.  10.  Feld  dem  Walde  entgegengesetzt.  Für  letzter  gebrauchte
der  natürliche  Sinn  der  alten  Germanen  als  Symbol  namentlich ¬
  bei  feierlichen  Besitzübertragungen  den  Zweig,  für  Feld
und  Wiese  die  ausgestochene  Rasenscholle  oder  den  Torfl3)
13)  In  einer  Urkunde  aus  dem  J.  1595  heißt  es:  „Fürerst  will  Heinrich
Branding  der  Vater  genanntem  seinen  Sohn  Nolten  (Arnold)  seinen  Hof
            
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