Verlag von H. W. Müller in Berlin, Potsdamerstr. 121k.
Jandekten
Heinrich Dernburg.
ordentlichem Professor des Rechts an der Universität Berlin.
Siebente, verbesserte Auflage.
Unter Mitwirkung
Johannes Biermann,
ordentlichem Professor des Rechts an der Universität Gießen.
3 Bände. 1903. 46 29,—; in 3 eleganten Halbfranzbänden + 34,25;
in 2 eleganten Halbfranzbänden N 32,50.
„Dernburgs Pandekten haben seit ihrem ersten Erscheinen (1884—1887)
mehr und mehr den Markt erobert und vor allen anderen den Beifall der Studenten
gefunden. Aber auch die Praxis ist dem frisch und lebensvoll geschriebenen Buch
zugetan, das alle Vorzüge des Verfassers aufweist. Als Grundlage zu Lehrvorträgen
eignet es sich trefflich; wenn es hie und da fast zu lesbar ist und dadurch dem
Schüler das Eindringen in schwierige Probleme nur zu leicht erscheinen läßt, so ist
dem im begleitenden Lehrvortrag leicht abzuhelfen, und Anregung ist ja in den
ersten Jahren juristischen Studiums pädagogisch wichtiger als Häufung von Schwierigkeiten. ¬
Speziell die nicht reichsdeutschen Deutschen müssen dem Verfasser, der nun
so rüstig an sein drittes großes Lehrbuch, das des B.G. B., gegangen ist, für diese
Neuauflage dankbar sein. Für Deutschland selbst war bereits die 6. Auflage ein
Wagnis. Der Verfasser hob dies im Vorwort hervor: das wichtigste Bildungsmittel
für die Studierenden, der Lehrvortrag über die Pandekten, ist mit den Anforderungen
des B. G. B. verstummt; an ihre Stelle ist eine kurze Institutionenvorlesung über
System des Römischen Rechts getreten, ein trauriger Überrest aus verschwundener
Zeit; die Vorlesung über das B. G. B. soll Vergangenheit und Gegenwart vereinigen,
aber die Erfahrung zeigt jetzt schon, daß die Grundlage, das Fundament, fehlt. —
Und dem wollte Verfasser abhelfen und, wie das schon nach 3 Jahren erfolgte Erscheinen ¬
der 7. Auflage beweist, ist seine auf die Studierenden gesetzte Hoffnung nicht
getäuscht worden. Ein zeitgemäß fortentwickeltes gemeines Recht, wie es uns hier
geboten wird, wird unserer Jugend ersparen, „nach kümmerlicher Vorbildung an die
§§ des neuen Gesetzes geschmiedet zu werden“ und wird uns den lebensvollen Schatz
praktischer Rechtsübung, wie ihn Justinians Rechtsbücher bieten, erhalten, der uns
besser, als das Chaos der Präjudizien, eine Beherrschung der geschichtlichen Entwicklung ¬
und der Leitsätze des Rechtes vermittelt.
Prof. C. Chr. Burckhardt (Basel).
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