Metadata : Fünfter Band (5)

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Funfzehnteis  Buch.
fieberhaften  Zustande  befreit  sich  der  Organismus  von  der  reichlich  gebildeten ¬
  und  zurückgehaltenen  Harnsäure,  indem  sie  theils  mit  dem
Harne  ausgeleert,  theils  an  den  entzündet  gewesenen  Gelenken,  im
Zellgewebe  oder  in  den  Synovialblasen  abgesetzt  wird  und  zu  einer
festen,  gelblich  weißen,  meist  wie  Fett  glänzenden,  schwammigen  oder
dichten  Masse  erhärtet.  Wollaston,  Tennant,  Pearson,  Vogel, ¬
  Jäger,  Fourcroy  und  Vauquelin  fanden  in  dieser  Masse
außer  etwas  organischer  Substanz  die  Harnsäure  frei  oder  mit  Natrum
oder  Kalk  verbunden  (Nr.  148.  S.  59  fg.);  nach  einer  Analyse  von
Laugier  (Nr.  576.  I.  p.  6)  waren  die  Bestandtheile  0,2  Harnsäure, ¬
  0,2  harnsaures  Natrum,  0,1  harnsaurer  Kalk,  0,2  salzsaures -
  Natrum,  0,1  organische  Materie  und  0,1  Wasser.  Bisweilen ¬
  enthalten  die  Gichtknoten  vornehmlich  Erden  ohne  Harnsäure, ¬
  z.  B.  nach  John  (Nr.  185.  I.  S.  513)  0,281  phosphorsauren -
  und  0,125  kohlensauren  Kalk,  0,031  kohlensaures,
phosphorsaures  und  schwefelsaures  Natrum  und  0,563  organische
Materie  mit  Wasser  und  Fett;  da  aber  diese  Erdsalze  ebenfalls
dem  Harne  angehören,  so  dürfen  wir  die  Gichtknoten  überhaupt
als  Ablagerungen  schwer  auflöslicher  Bestandtheile  des  Harns  im
Zellgewebe  und  in  serösen  Blasen  betrachten.  Den  steinigen  Concrementen ¬
  (§.  874.  I.)  können  sie  nicht  beigezählt  werden,  denn
sie  liegen  nicht  frei,  sondern  inniger  mit  den  angränzenden  Theilen
verbunden,  stehen  unter  dem  Einflusse  des  Lebens  und  können
verflüssigt,  dann  entweder  resorbirt  oder  durch  Eiterung  ausgestoßen ¬
  werden.
§.  858.  Die  homologe  Umbildung  fester  Theile  oder  die  Umwandlung ¬
  eines  Gewebes  in  ein  anderes,  auch  Transformation
oder,  bestimmter,  Transsubstantiation  (Nr.  638.  S.  67)  genannt
besteht  darin,  daß  die  Nutrition  eines  Gebildes  in  Hinsicht  der
Materie  von  ihrem  normalen  Charakter  abweicht,  und  an  Stelle
der  resorbirten  Bestandtheile  solche  Stoffe  abgesetzt  werden,  welche
normal  einer  anderen  Art  von  Gebilden  zukommen.  Sie  ist  der
homologen  Neubildung  (§.  859)  verwandt  und,  wo  wir  den
Bildungshergang  nicht  übersehen,  von  ihr  kaum  zu  unterscheiden,
wenn  die  Neubildung  die  bisher  bestandenen  Bildungen  verdrängt
hat.  Wir  können  sie  als  eine  moleculare  Zubildung  betrachten,
            
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