Condictio ex iniusta causa.
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condictionem ex iniusta causa intendi a domino adversus
non dominum.
Wie das freilich mit 1. 12 D. 7. 9 zu vereinen sei, verrät
der Scholiast uns nicht. L. 12 D. 7. 9 fehlt in den Basiliken
überhaupt gänzlich. Aber statt dessen verweist er uns auf
einige andere Stellen, die dieselbe condictio enthalten, und
mit denen wir uns jetzt befassen wollen: 1. 6 D. 12. 5, 1. 13
§ 1 D. 16. 3, 1. 6 ß 5, I. 25 D. 25. 2.
Nit 1. 13 ß 1 D. 16. 3 sind wir schnell fertig. Daß
Paulus die condictio furtiva meinte, ist mit Händen zu
greifen.
Um so länger wird 1. 6 D. 12. 5 uns in Anspruch
nehmen.
Die Stelle steht nach Absicht der Kompilatoren mit der
vorhergehenden 1. 5 in besonderem Zusammenhang, und es
empfiehlt sich daher, diese zuerst vorzunehmen. L. 5 D. 12. 5
lautet:
Iulianus lib. 3 ad Urseium Ferocem:
Si a servo meo pecuniam quis accepisset, ne furtum
ab eo factum indicaret, sive indicasset sive non, repetitio-
nem fore eius pecuniae Proculus respondit.
Vergleichen wir hiermit auch noch aus der vorhergehen-
den 1. 4 § 4 den Satz:
quod si a fugitivo meo acceperis, ne eum indicares,
condicere tibi hoc quasi furi possim;
so kann über die Natur der condictio in den beiden Stellen
eigentlich kein Zweifel sein. Natürlich die condictio furtiva.
Denn von einer condictio ob turpem causam kann, weil
utriusque turpitudo versatur, und wegen der ausdrücklichen
Gegenentscheidung in 1. 4 § l eod., nicht die Rede sein. Merk-
würdigerweise hat man jedoch von den Tagen der Glosse
an bis heute1) beide Stellen andauernd mißverstanden, hat
man, verleitet durch den Titel, unter dym sie stehen, die
condictio in beiden Stellen, also auch die in 1. 4 § 4 cit.,
dennoch als condictio ob turpem causam erklärt. Und was
') Zuletzt ich selber, Ciceros Rede pro Q. Roscio, 8. 60. Vgl.
auch v. Mayr, Condictio 8. 106, Cujacius, opp.Venet. et Mutinae 1758
sqq. VI. 490.