fullscreen : Thumb, Carl Hugo von: Geschichtlich staats- und privatrechtliches Handbuch über Pacht und Verpachtungs-Verträge


78

A. Köhler.

königlichen Landschenkungen die Uebertragung eines beschränkten Eigen-
thums die Regel?"9) Wird trotzdem das geschenkte Land veräußert,
so hat der Schenker ein dingliches Recht auf Herausgabe. Daneben
kommen freilich auch unbedingte Schenkungen vor, namentlich an Kirchen;
diese Eigenschaft der Schenkung wird dann aber besonders bemerkt,
versteht sich nicht von felbft.310)
Der Zweck tritt besonders bei den Landschenkungen hervor, die
unter der Bedingung gemacht werden, daß der Beschenkte dem Schenker
treue Dienste leistet; solche sind im angelsächsischen und burgundischen
Rechte, ebenso im bayerischen Dingolfinger Dekret nachweisbar?")
Mit Aufhebung des Treuverhältnisfes kehrt hier das Eigenthum an den
Schenker zurück.
II. 1. Aus der Schenkung des deutschen Rechts hat sich das äroit
äs retour des ooätz civil entwickelt, von dem man noch bis in die
neueste Zeit annahm, es entstamme dem römischen Recht?")
Das äroit äs retour des eocke civil ist entweder gesetzlich oder
vertragsmäßig; das gesetzliche wird in a. 747, das vertragsmäßige in
a. 951 und 952 behandelt.
a. 747 lautet: les ascendans succedent, ä l’exclusion de tous
autres, aux choses par eux donnees ä leurs enfans ou descendans
decedes sans posterite, lorsque les objets donnes se retrouvent en
nature dans la succession. 81 les objets ont ete alienes, les as-
cendans recueillent le prix qui peut en etre du. Iis succedent
aussi ä l’action en reprise que pouvait avoir le donataire.
Er setzt ein Erbrecht der Ascendenten für solche Sachen fest, die
sie Descendenten geschenkt haben, falls diese ohne Nachkommen ver-
storben sind, und die Gegenstände sich noch im Nachlaß finden, bezw.
für den rückständigen Kaufpreis. Somit fällt er aus dem Rahmen
der Resolutivbedingung heraus.
Von größerer Bedeutung für uns sind daher a. 951 und 952, die
das vertragsmäßige droit de retour regeln, a. 951 bestimmt: le do-
309) Brunner a. a. O. S. 25ff.
81°) Brunner a. a. O. eod.
311) Brunner a. a. O. S. 24f.
3ia) So neuerdings noch Marquis, 4s la dot profectice en droit Romain
et du droit de retour de l’ascendant donateur dans l’ancien droit Frangais;
thfese pour le Doetorat (faculte de droit de Paris); vergl. hierzu Brunner,
Ueber den germanischen Ursprung des droit de retour (Forschungen S. 676ff.).

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A. Köhler.

königlichen Landschenkungen die Uebertragung eines beschränkten Eigen-
thums die Regel?"9) Wird trotzdem das geschenkte Land veräußert,
so hat der Schenker ein dingliches Recht auf Herausgabe. Daneben
kommen freilich auch unbedingte Schenkungen vor, namentlich an Kirchen;
diese Eigenschaft der Schenkung wird dann aber besonders bemerkt,
versteht sich nicht von felbft.310)
Der Zweck tritt besonders bei den Landschenkungen hervor, die
unter der Bedingung gemacht werden, daß der Beschenkte dem Schenker
treue Dienste leistet; solche sind im angelsächsischen und burgundischen
Rechte, ebenso im bayerischen Dingolfinger Dekret nachweisbar?")
Mit Aufhebung des Treuverhältnisfes kehrt hier das Eigenthum an den
Schenker zurück.
II. 1. Aus der Schenkung des deutschen Rechts hat sich das äroit
äs retour des ooätz civil entwickelt, von dem man noch bis in die
neueste Zeit annahm, es entstamme dem römischen Recht?")
Das äroit äs retour des eocke civil ist entweder gesetzlich oder
vertragsmäßig; das gesetzliche wird in a. 747, das vertragsmäßige in
a. 951 und 952 behandelt.
a. 747 lautet: les ascendans succedent, ä l’exclusion de tous
autres, aux choses par eux donnees ä leurs enfans ou descendans
decedes sans posterite, lorsque les objets donnes se retrouvent en
nature dans la succession. 81 les objets ont ete alienes, les as-
cendans recueillent le prix qui peut en etre du. Iis succedent
aussi ä l’action en reprise que pouvait avoir le donataire.
Er setzt ein Erbrecht der Ascendenten für solche Sachen fest, die
sie Descendenten geschenkt haben, falls diese ohne Nachkommen ver-
storben sind, und die Gegenstände sich noch im Nachlaß finden, bezw.
für den rückständigen Kaufpreis. Somit fällt er aus dem Rahmen
der Resolutivbedingung heraus.
Von größerer Bedeutung für uns sind daher a. 951 und 952, die
das vertragsmäßige droit de retour regeln, a. 951 bestimmt: le do-
309) Brunner a. a. O. S. 25ff.
81°) Brunner a. a. O. eod.
311) Brunner a. a. O. S. 24f.
3ia) So neuerdings noch Marquis, 4s la dot profectice en droit Romain
et du droit de retour de l’ascendant donateur dans l’ancien droit Frangais;
thfese pour le Doetorat (faculte de droit de Paris); vergl. hierzu Brunner,
Ueber den germanischen Ursprung des droit de retour (Forschungen S. 676ff.).

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