Besonderer Theil.
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folgt, keinen Deckungsanspruch an den Aussteller und keine Liberirung des Acceptanten. ¬
Auch die Quittung auf dem Wechsel über eine Vor-Zahlung hat dem
dritten, selbst von der Zahlung unterrichteten Inhaber gegenüber keine rechtliche
Wirkung. Dagegen kann dem Empfänger der Vor-Zahlung bei der wiederholten ¬
Zahlungsforderung die exceptio doli entgegengestellt werdens
2) wird die Zahlung*) im ordnungsmäßigen Laufe des Wechsels von dem
Bezogenen, oder Acceptanten oder Domiziliaten an den legitimirten Inhaber geleistet, ¬
so muß dieselbe, wie jedes wechselmäßige Moment, urkundlich gemacht,
d. h. auf dem Wechsel vermerkt, und der solchergestalt quittirte Wechsel, — wenn
mehrere Exemplare laufen, das acceptirte Exemplar, — an den Zahler ausgehändigt ¬
werden. Ist nur eine Theilzahlung geleistet, so kann von dem Zahlenden ¬
die Ausantwortung des Wechsels, wegen Verfolgung des Wechselrechts in Ansehung ¬
des nicht gezahlten Betrages, nicht verlangt werden; es muß die Abschlagszahlung ¬
aber auf dem Wechsel abgeschrieben und auf einer Abschrift des Wechsels
eine Quittung ertheilt werden5)
3) eine in dieser formalen Weise von dem Bezogenen oder Acceptanten geleistete, ¬
urkundlich gemachte, an den legitimirten Wechselinhaber, ohne Rücksicht
ob vor oder nach der Protestaufnahme 6), geschehene Zahlung tilgt die Wechselzahlung ¬
in Höhe des quittirten Betrages für alle Wechselverpflichtete, denn das von
den Wechselgebern ertheilte Wechselversprechen ist erfüllt, die Zahlung eine wechselmäßige, ¬
d. i. eine solche, welche erkennbar für Jedermann, einem jeden Inhaber
mit rechtlichem Erfolge entgegengesetzt werden kann. Die Einrede der Zahlung
geht im Sinne der Allgemeinen Deutschen Wechselordnung aus dem Wechselrechte
hervor?
4) ein wechselmäßig quittirter Wechsel ist, gleich einem verjährten oder amor3) ¬
Thöl a. a. O. Bd. 2. §. 222. Arch. f. D. W.R. Bd. 12. S. 133. Erk. des O.Tr.
in Berlin v. 23. Okt. 1856. (Strieth. Arch. Bd. 34. S. 1. Arch. a. a. O. Bd. 10. S. 198.)
4) Art. 39. 48. 54. A. D. W.O. Hingabe an Zahlungsstatt. Borchardta. a. O. S. 284.
N. 16, S. 286. N. 21. Arch. f. D. W.R. Bd. 9. S. 215. Einwand der Kompensation. Borchardt ¬
a. a. O. S. 288. N. 28.
5) Art. 39. A. D. W.O. Quittung und Aushändigung des Wechsels sind rechtliche Folgen
der Zahlung und braucht sich der Kläger dazu nicht zu erbieten, der Tenor des Erkenntnisses
darauf nicht gerichtet zu werden. Erk. des O.Tr. in Berlin v. 12. Febr. 1863. (Arch. f. D. W.R.
Bd. 13. S. 182.) Die Quittung geschieht durch den einfachen, vom Empfänger unterschriebenen
Vermerk: „bezahlt", „par acquit". Treitschke a. a. O. Bd. 1. S. 29. Daniels a. a. O.
S. 259. Arch. a. a. O. Bd. 12. S. 143. 181. Bei einem in Banko zahlbaren Wechsel vertritt ¬
die auf denselben gesetzte Anweisung, auf welchem Banko-Konto der Betrag abgeschrieben
werden soll, (Banko-Indorso), die Stelle der nach Art. 39. A. D. W.O. vor dem Empfang der
Zahlung vorzunehmenden Quittirung des Wechsels. §. 5. Hamburg. Einf.=Ges. v. 21. Febr. 1849.
Der Zahler kann sich auch, ohne Quittung, mit Aushändigung des Wechsels begnügen. Leipz
Prot. S. 72. Bei duplicirten Wechseln muß das mit dem Accepte versehene Exemplar zurückgegeben ¬
werden. Art. 67. Nr. 2. A. D. W.O. Brauer a. a. O. S. 87.
6) Wolff im Arch. f. D. W.R. Bd. 12. S. 134. Anderer Ansicht: Renaud im Arch.
a. a. O. Bd. 8. S. 298.
7) Koch a. a. O. S. 313. Loewy im Arch. f. D. W.R. Bd. 11. S. 28. Volckmar
u. Loewy a. a. O. S. 302. Renaud a. a. O. S. 203. Hoffmann a. a. O. S. 591.
und im Arch. a. a. O. Bd. 11. S. 377.
Wolff im Arch. a. a. O. Bd. 12. S. 131. 140.
Kuntze a. a. O. S. 60. Erk. des O.Tr. in Berlin v. 8. Mai 1862. (Arch. a. a.O. Bd. 12.
S. 73.) Borchardt a. a. O. S. 281. N. 6, S. 284. N. 17. Erk. des O.Tr. in Stuttgart
v. 14. März 1855. (Arch. a. a. O. Bd. 9. S. 208.) Vergl. die Abhandlung von Ladenburg ¬
im Arch. a. a. O. Bd. 17. S. 67 ff.