275
dieser Umstand nichts ändern und ich glaube mit
Grunde behaupten zu können: die Domanenkammer
ist — wenn man sie auch nur in der Eigenschaft
wie Besitzerin von großen Landgütern betrachtet nicht -
blos beträchtlich; sondern auch unmittelbar
dabey interessirt, daß der Ackerbau hier im Lande
zum höchstmöglichen Flore gedeihe, und daß ihm unter ¬
keiner Bedingung Hindernisse in den Weg gelegt
werden. Jch hoffe es oben dargethan zu haben.
daß bey Kornsperren hier im Lande der Preis und
Werth aller Grundstüͤcke betraͤchtlich herabsinken muͤsse, ¬
weil sich dadurch der Ertrag derselben merklich
verringert. Nun duͤrfte es, wenn dieser Fall in der
ganzen Provinz statt hat, schwer seyn, einen haltbaren ¬
Grund zu finden, warum jenes Schicksal nicht
die Domaͤnen-Guͤter erleiden, warum ihr Ertrag immer ¬
derselbe bleiben sollte.
Vielleicht wird man einw
en: daß die meisten
Domaͤnenaͤmter durch Branntewein-Brennereien und
durch Brauereien ihr Korn absetzen, und es ihnen
deshalb gleichgültig seyn könnte, ob Gerreide-Ausfuhr
verboten sey oder nicht. Allein wie es mir scheint.
so muß dagegen Folgendes erwogen werden:
a) Sinkt wirklich mit einer Kornsperre die Wohlhabenheit ¬
des Landbauers, und mit dieser die aller
Unterthanen herab; so koͤnnen die leztern unmöͤglich
so viel Branntewein und Bier consumiren, als jezt.
S