Don Arnold.
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enthalten, außer daß im Jahre 1853/54 bei den Gerichten diesseits
des Rheins abgeurtheilt wurden:
4789 Katholiken,
1163 Protestanten,
30 Andere Religionsgenoffen.
Da nun Bayern diesseits des Rheins
2,923,939 Katholiken,
908,877 Protestanten,
42,603 Andere Religionsgenossen zählt,
so kommt Ln diesen Theilen Bayerns ein Verbrecher auf
610 Katholiken,
781 Protestanten,
1420 Andere Religionsgenossen.
Wenn nun gleich auch hiernach ein den Katholiken ungünstiges
Verhältnis sich ergiebt, so kann man doch nicht nur die Erscheinung
eines einzigen Jahres nicht sogleich zur Grundlage einer Beurthei-
lung machen, sondern es kann überhaupt nicht im Geringsten an-
genommen werden, daß die katholische Religion in ihrem Wesen
der Grund jener Erscheinung sei, im Gegentheil die katholische
Religion ist wie jede christliche Religion den Verbrechen und na-
mentlich dem Meineid so entschieden entgegen, daß der Grund
jener Erscheinung ein anderer sein muß. Hiefür spricht nament-
lich auch die Erfahrung in Bayern. Es gibt dort katholische
Bezirke, wo die Verbrechen seltener Vorkommen und wo ins-
besondere der Meineid allgemein verabscheut und für schwere
Sünde gehalten wird: es gibt aber auch katholische Bezirke in je-
nem Lande, wo Verbrechen überhaupt und hie und da besonders
det Meineid und die Fleischesverbrechen verhältnißmäßig häufig Vor-
kommen. Wer blos die Gegenwart betrachtet, wird den Grund die-
ser Erscheinung schwerlich finden, denn die Geistlichkeit ist aller Or-
ten höchst fleißig in ihrem Beruf und von würdigem Musterhaftem
Betragen. Vielleicht möchte so mancher Ausschluß zu erlangen sein,
wenn man in die Geschichte der einzelnen Bezirke zurück blickte. Viel-
leicht würde es sich zeigen, daß da, wo die weltliche Regierung
Jahrhunderte hindurch das Schulwesen und die Volksbildung nicht
in die Hand nahm, die Geistlichkeit aber nur für fromme Kirchen-