Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Propädeutische Psychologie.
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ist in den verschiedenen Theilen unseres leiblichen Organismus
mannigfaltig modificirt und äußert sich in verschiedenen
Arten von Empfindungen. Diese stimmen gemäß
ihrem aufgezeigten allgemeinen Begriff sämmtlich darin
überein, daß sie uns nicht unmittelbar, sondern nur mittelbar
zu Erkenntnissen über das Daseyn und die Beschaffenheit
derjenigen Gegenstände und Zustände, durch
welche sie in uns angeregt werden, anleiten können, da
wir ja unmittelbar in ihnen bloß der Reizungen unserer
Nerven unter den Formen der Lust und der Unlust inne
werden. Ihre Bedeutung für unsere Wahrnehmung besteht
daher hauptsächlich darin, daß sie vermöge des
Wechsels von Annehmlichkeit und Unannehmlichkeit uns
abwechselnd bald einen behaglichen, erfreulichen Lebenszustand,
bald den Antrieb zur Befriedigung von Erfodernissen
des leiblichen Lebens und zur Vermeidung des für
dasselbe Schädlichen, zur Erstrebung des für dasselbe
Heilsamen bringen.
34. Obgleich die Sinnesempfindung nach dem von
uns festzuhaltenden Sprachgebrauche, dessen wir zu ihrer
Unterscheidung von der Sinnesanschauung bedürfen, immer
die subjective Wahrnehmung einer Veränderung in
dem leiblich=sinnlichen Lebenszustande des empfindenden
Subjectes ist, so tritt dennoch an ihr eine doppelte Seite
insofern auseinander, als sie theils durch solche Einwirkungen
äußerer Gegenstände auf unsere leibliche Organi=