1. Buch. 1. Tit. §. 4.
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Zu den Zeiten der Könige und der freyen Republik wurden
nämlich die Gesetze mit Beystimmung der Nation auf den
Comitien gemacht, und der König, oder eine römische Magistratsperson, ¬
die hierzu autorisirt war, that den Vorschlag =
dazu, dieses nennte man legem ferre ad populum,
einen Vorschlag zu einem Gesetze thun **); genehmigte ¬
das Volk den Vorschlag durch seine Stimmen,
so hieß das: lex iubetur, verwarf es hingegen denselben, so
sagte man: lex antiquatur, das Volk will es bey dem Alten ¬
lassen 88). Insofern aber unter dem Worte Lex ein
Gesetz verstanden wird, so sind Leges überhaupt, wie
Papinian sagt"?), allgemeine auf Vernunft und Erfahrung ¬
gegründete Regeln, welche vom Staate zur Bestimmung ¬
85) L. 2. §. 2. D. de Or. lur.
86) ERNESTI in Clavi Ciceron. sowohl zu Anfang des ludiciLegum ¬
als sub. voc. Lex.
87) L. 1. D. Legib. LEX est commune praeceptum. virorum ¬
prudentium consultum, delictorum, quae sponte vel ignorantia ¬
contrahuntur, coercitio, communis Reipublicae sponsio.
Daß dieser Begriff sich nicht blos auf die Zeiten des Röm.
Freystaats einschränkt, sondern auch von den Zeiten der Kaiser =
wohl verstanden werden kann, hat auch schon POTHIER in
Pandectis lustinianeis Tom. I. Tit. de Legibus Sect. I. Art. I.
§. 2. not. c. bemerkt, wo er sagt: Possunt etiam haec postrema
verba aptari ad Principum placita, quae vim suam habent ex
communi Reipublicae sponsione, qua cives, cum principem elegerunt, ¬
ei et his, quae iuberet, subesse spopondisse intelliguntur. ¬
Wenn hingegen im §. 4 I. de lur. nat. gent. et civ.
gesagt wird: LEX est, quod populus romanus, senatorio magistratu -
interrogante, (veluti Consule) constituebat; so beziehet
sich diese Erklärung blos auf die Centurialgesetze der
Römer.