De Legibus, Senatusconsultis et longa consuet. 455
bringt dieses nothwendig mit sich, sondern die Gesetze
selbst haben es auch deutlich bestimmt. Eine einzige
Handlung ist also nicht hinreichend. Denn wie könnte
man daraus eine gewisse und beständige Regel für die
Zukunft folgern? Zwar fehlt es nicht an Rechtsgelehrten =
58), welche diesem ohngeachtet sich überredet haben,
daß auch durch einen einzigen Act eine Gewohnheit begründet ¬
werden könne. Allein diese Meinung bedarf
keiner Widerlegung, wenn sie auch von andern 52) nicht
schon so gründlich wäre widerleget worden. Wie viele
Handlungen nun aber zur Einführung einer
gesetzlichen Gewohnheit erforderlich sind?
darüber treffen wir nirgends in unsern Gesetzbüchern eine
entscheidende Bestimmung an. Kein Wunder ist es demnach, =
wenn die Rechtsgelehrten desfalls in ihren Meinungen ¬
nicht mit einander übereinstimmen? Einige
wollen zwey Handlungen schon für hinlänglich halten,
Allein diese sind von Voer**), Noodt 72), und am
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neuesten
67) L. 1. C. quae sit long. consuet. L. 3. C. de aedijic. privat.
68) Z. B de COCCLII lur. Controv. h. t. Qu. 10. TITIUs iur.
privato lib. I. c. 7. § 9. Bened. OBERHAUSER Praelect. canon.
iuxta titulos Decretalium lib. I. tit. IV. de consuetudine §. 9.
EYBEL Introduct in ius eccles. Catholicor. T. IV. §. 279.
Not. a. nr 1. pag. 86
69) S. HARTLEBEN Meditat. ad Pandect. Vol. I. Spec. XI. med. 7.
pag 211. Eich mann Ertlärungen des bürgerl. Rechts 1Th.
S. 373. Not. 2.
70) Dieser Meinung sind CARPZOV P, II. Const. 3. definit. 22.
n. ult. SCHILTER Exerc. 2. th. 17. GAIL lib. II. Obs. 31. n. 7.
Eichmanna. a. O. S. 374. u. a. m.
71) Commentar. ad Digesta Tom. I. h. t. §. 29.
72) Comment. ad Dig. h. t. pag. 15.