102
§. 76.
h. Wegen Betrugs.
Dig. IV, 3. Cod. I1, 21.
A. L. R. 1, 4. §. 84 - 93 und 1, 5. §. 349— 350.
Noodt de forma emendandi doli mali, in Opp. Tom. I.
p. 350 sq4. —
Nettelbladt de doli incidentis et causam
dantis in contractibus effectu, Halae 1744; et in Exercit,
acad. No. 3. — Braun, vom Betruge in Verträgen, in den
Erlangischen gelehrten Anzeigen, Jahrg 1752. Nr. V.
Gmelin, von den Folgen des Betrugs bei Verträgen; in
dessen gemeinnützigen juristischen Beobachtungen und Rechtsfällen, ¬
Bd. II. Nr. 13. —
Chr. Guil. Wehrn Doctrina
juris explicatrix principiorum et causarum damni, habita
doli mali, culpae, morae, ejusque, quod interest, ratione,
praestandi, Lipsiae 1795. 8. Cap. Il. §. 4. p. 27 sqq.
L. J. Neustetel Diss. inaug. bonae fidei negotia dolo inita
non esse nulla, Heidelb. 1818. Vgl. Heidelberger Jahrbücher ¬
XI. S. 1242
I. Betrug (dolus) heißt die absichtliche Entstellung
der Wahrheit, um dadurch den Willen eines Andern zu
bestimmen *). Nach dem damit verbundenen Zwecke unterscheidet ¬
man nach Röm. Recht dolus bonus und dolus
malus, je nachdem das, was man dadurch erreichen will,
an sich erlaubt ist oder nicht. Ein dolus bonus ist es
z. B., wenn gegen Feinde oder Räuber die Wahrheit verstellt ¬
wird, um sie zu überlisten 2); es ist aber kein dolus
bonus, wenn aus frommer Absicht etwas an sich unerlaubtes ¬
bezweckt wird 2). Dolus malus oder dolus schlechthin ¬
ist eine solche Verstellung der Wahrheit, womit die
1) L. 1 §. 2 D. h. t. — A. L. R. 1, 4. §. 84.
2) L. 1 §. 3 D. h. t. —
Ever. Otto de dolo bono ad
L. 1 §. 3 D. de dolo malo, Duisburg 1720.
3) Hommel Rhapsod., obs. 649: piac fraudes impiac,
nec exemplo doli boni excusari possunt.