Full text: Reinhold, Ernst: Lehrbuch der philosophisch propädeutischen Psychologie nebst den Grundzügen der formalen Logik

II. Absch. Von d. bewußtvollen Vorstellen od. d. Denken. 49 
bestimmte, in jeder Hinsicht an ein Maß gebundene und 
beschränkte. Demzufolge muß in demjenigen Theile der 
Sinneswahrnehmungen, in welchem das Individuum der 
Anregung selbst inne wird, die seine Nerven durch be¬ 
rührende Gegenstände erleiden, sowohl der mannigfaltige 
Contrast dieser Gegenstände, als auch die Bestimmtheit 
und Beschränktheit seiner Nervenorganisation für seine Em¬ 
pfindung sich aussprechen. Beides muß sich dadurch aus¬ 
sprechen, daß nur gewisse Berührungen im Bezug auf 
die eigenthümliche, theils ursprünglich gegebene, theils 
durch Ausbildung und Gewöhnung näher modificirte Be= 
schaffenheit und Stimmung der Nerven als angemessene 
andere entgegengesetzte aber als unangemessene in dem 
Empfindungszustande sich ankündigen. 
Auf die objectiven Wahrnehmungen leidet der ange= 
gebene Gegensatz deshalb keine Anwendung, weil in ihnen 
die Nervenreizung selbst nicht gewahrt wird. Hinsichtlich 
derselben kann daher nicht in der nachgewiesenen, sondern 
nur in einer von ihr zu unterscheidenden Bedeutung, auf 
deren Berücksichtigung uns erst später die Untersuchung 
der Gemüthsempfindungen führen wird, der Begriff der 
Lust und der Unlust sich geltend machen. 
33. Das Vermögen der subjectiven Sinnesempfin¬ 
dungen überhaupt, die subjective Seite der Sensibilität 
kann der „allgemeine Gefühlssinn" genannt werden. Er 
5 
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Max-Planck-Institu 
lungsforschung
	        
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