Full text: Reinhold, Ernst: Lehrbuch der philosophisch propädeutischen Psychologie nebst den Grundzügen der formalen Logik

 
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Propädeutische Psychologie. 
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für die letztere in der Fähigkeit, durch die Function ihrer 
Sinnesorgane erregt zu werden. Hinsichtlich der ver¬ 
mittelten Seelenthätigkeit findet ein Hauptunterschied 
Statt zwischen der Weise der subjectiven Wahrnehmung, 
für welche unsere Sprache die Worte „Empfindung“ und 
„Gefühl" (Sinnesempfindung und Sinnesgefühl) als 
zwar nicht ausschließlich, aber doch vorzugsweise ihr zu¬ 
kommende darbietet, und zwischen der Weise der objecti¬ 
ven Wahrnehmung, welche vorzugsweise die „Anschauung“ 
(Sinnesanschauung) nach einer zunächst der Gesichts¬ 
wahrnehmung zukommenden Bezeichnung genannt wird. 
30. Das Eigenthümliche der subjectiven Wahrneh¬ 
mung zeigt sich überhaupt darin, daß die Anregungen der 
Sinnesnerven selbst den Gegenstand des Innewerdens aus¬ 
machen, so daß in ihr, insofern sie für sich allein ohne 
Hinzukommen einer andern Wahrnehmungsweise betrachtet 
wird, weder das reale Object selbst, von welchem die 
Einwirkung auf die Nerven ausgeht, noch ein anderes 
durch die Einwirkung auf die Nerven hervorgebrachtes 
Wahrnehmungsobject, als Repråsentant jenes realen 
Objectes (wie der Schall für unsere Wahrnehmung Re¬ 
präsentant der Schwingung des vibrirenden Körpers ist), 
sondern lediglich die Nervenaffection der Seele sich dar¬ 
stellt. So ist zum Beispiel das Riechen eine subjective 
Wahrnehmung. Der Mensch schaut in dieser Sinnes¬ 
function nicht unmittelbar einen Gegenstand an, der als
	        
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