Full text: Reinhold, Ernst: Lehrbuch der philosophisch propädeutischen Psychologie nebst den Grundzügen der formalen Logik

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x-Planck¬ 
l. Absch. Allgem. Betracht. d. menschl. Seelenlebens. 33 
des Dualismus, theils des idealistischen Monismus, 
finden aber ihre Stütze hauptsächlich in der löblichen 
Absicht, die Uberzeugung von der Würde und Unsterb= 
lichkeit des individuellen Menschengeistes gegen atheisti¬ 
sche und pantheistische Angriffe sicher zu stellen, und 
vor Allem den Materialismus abzuweisen, welcher die 
Seelenthätigkeit für ein bloßes Resultat der Zusam¬ 
mensetzung des Körperstoffes im thierischen und im 
menschlichen Körper hält, für ein Resultat, das aus 
den Bewegungskräften der Natur erklärbar seyn und 
mit dem irdischen Körper vergehen wie entstehen soll. 
Irrig aber ist die Meinung, daß man entweder die 
Annahme der Substanzialität des reinen Geistes fest= 
halten oder die Überzeugung von der Immaterialität 
der menschlichen Seele, von ihrer Erhabenheit über die 
bloße Bewegungskraft der Materie und von der endlo= 
sen persönlichen Fortdauer ihrer Individualität aufge¬ 
ben müsse. Die Wahrheit der Immaterialität unseres 
Geistes beruht nicht auf einem trennenden Gegensatze 
desselben gegen die Körperlichkeit, sondern vielmehr 
darauf, daß er die zur obersten Stufe des individuellen 
Daseyns emporgehobene, an die untergeordnete Be= 
dingung des leiblichen Lebens bloß geknüpfte, keines= 
weges mit diesem Leben identische Kraft des bewußtvol¬ 
len Innewerdens der Wirklichkeit und des bewußtvollen 
Bestimmens von Veränderungen an den Dingen ist. 
Der vegetirende Leib ist zufolge des Verhältnisses der er= 
sten Lebensstufe zu der dritten schlechthin nur das Werk¬ 
zeug des menschlichen Geistes. Nicht aus dem Schooße 
bewußtlos wirkender Naturkräfte geht der abhängige 
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