Full text: Reinhold, Ernst: Lehrbuch der philosophisch propädeutischen Psychologie nebst den Grundzügen der formalen Logik

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x-Planck- 
I. Absch. Von d. formalen Verschiedenheit d. Urtheile. (239 
des Gegensatzes zwischen den Prädicabilien durch die Ver¬ 
knüpfung des einen mit dem Inhalte des Subjectes die 
entgegengesetzten von diesem Inhalte nothwendig ausge¬ 
schlossen werden. Ein grammatisches Vorstellen, in wel¬ 
chem entgegengesetzte Bestimmungen zugleich dem nämli¬ 
chen Subjecte beigelegt werden, widerstreitet seiner Be¬ 
deutung, Denkvermittlung zu seyn, und enthält den Wi¬ 
derspruch, der nicht mit Bewußtseyn als eine logische 
Behauptung von uns ausgesagt, sondern nur als dem 
Bewußtseyn widerstreitend von uns anerkannt werden 
kann. Überflüssig und verwerflich ist die in den Dar¬ 
stellungen der Logik gewöhnlich vorkommende Aufstellung 
des sogenannten Grundsatzes der Einerleiheit, (principium 
identitatis, gemeiniglich in der Formel ausgesprochen: 
„was ist, das ist,") weil derselbe nur auf eine minder ver¬ 
ständliche und leicht irreführende Weise das nämliche be¬ 
sagt, was der Grundsatz des ausgeschlossenen Wider¬ 
spruches. 
Als bloße Folgesätze, die aus den beiden angegebe= 
nen Grundsätzen sich ergeben, sind zu betrachten a) der 
Satz des ausgeschlossenen Dritten zwischen Bejahung und 
Verneinung rücksichtlich auf die Verwirklichung jedes Ur¬ 
theiles, b) der Satz der doppelten Verneinung, welcher 
aussagt, daß es für den Inhalt der Behauptung gleich= 
bedeutend ist, ob wir ein Prädicat affirmiren, oder die 
Negation desselben negiren. Unangemessen ist der erste
	        
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