Full text: Reinhold, Ernst: Lehrbuch der philosophisch propädeutischen Psychologie nebst den Grundzügen der formalen Logik

 
Max-Planck-Institu 
ir 
lungsforschung 
104 Propädeutische Psychologie. 
über das Verhältniß des sinnlichen Auffassens zu dem in¬ 
tellectuellen Innewerden wissen, wird es uns einleuchtend: 
nur auf dem Wege folgender doppelten Unterscheidung 
und Anerkennung des Zusammenhanges zwischen dem Un¬ 
terschiedenen ist die denkende Ergreifung des durch Anre¬ 
gung der Sinnesnerven dargebotenen Wahrnehmungs¬ 
stoffes für den Menschen möglich. Erstlich muß er in 
seinem Wahrnehmungskreise an den ihm erscheinenden Ge¬ 
genständen überhaupt die specifische Eigenthümlichkeit von 
der individuellen, das Allgemeine, Bleibende, Wesent¬ 
liche und Nothwendige der Gattungsbestimmtheit von 
dem Besonderen, Veränderlichen, Außerwesentlichen und 
Zufälligen der durchgängigen Bestimmtheit des Indivi¬ 
duellen unterscheiden, und in Folge der Unterscheidung den 
Zusammenhang von Jenem und von Diesem in seine An¬ 
erkennung aufnehmen. Zweitens muß er an den sinnen¬ 
fälligen wirklich subsistirenden Dingen die einzelnen Merk¬ 
male aus dem in der individuellen Substanz gegebenen 
Inbegriffe der Merkmale unterscheidend in seinem Wahr¬ 
nehmen und Vorstellen herausheben, und demzufolge die 
unterschiedenen Merkmale als solche auf das Subsistirende 
beziehen. Jede dieser intellectuellen Thätigkeiten ist ein 
Urtheilen. An die Form des Urtheiles zeigt sich hier das 
zunächst im Gebiete der Erfahrung zur Entfaltung gelan¬ 
gende menschliche Bewußtwerden und Bewußtseyn des 
Wirklichen als nothwendig gebunden, und in der Form 
des Urtheiles treten die intellectuellen, die dem Bewußt¬
	        
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