Max-Planck-Institut für Bildungs
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entstehen, über diese aber sich die Kraft des Verstandes
im obern Gedankenlauf geltend machen, indem hier das
verständige Interesse wirkt, welches der Verstand seinen
Zwecken gemäß für oder wider eine Vorstellung geltend
macht. So gehört die willkührliche Spannung der Aufmerksamkeit -
und das willkührliche Absehen von einer Vorstellung -
jener höheren Kraft der Selbstbeherrschung, worin -
wir unseres Lebens Meister werden. Daher werden
wir diese willkührliche Aufmerksamkeit als die Bildnerin
des ganzen obern Gedankenlaufes im Erkenntnißvermögen -
kennen lernen.
So erhebt die Selbsterkenntniß aus dem dunkeln
Innern unseres Geisteslebens das klare Gebiet des
Bewußtseyns. In diesem unterscheidet sich ferner die
unmittelbare Klarheit, welche der innere Sinn gibt, von
der Klarheit durch den Verstand, welche erst mit Hülfe
der Aufmerksamkeit erhalten werden kann. Dem innern
Sinn gehört hier das Gebiet der Anschauung, denn
entlehnt vom klarsten äußern Sinn des Sehens, nennen -
wir alles unmittelbar Klare in uns anschaulich;
dem Verstand hingegen gehört das Denken." So sind
z. B. die sinnlichen Anfänge unserer Erkenntniß im Sehen, -
Tasten, Hören anschaulich klar, jede allgemeine und
nothwendige Wahrheit dagegegen, jedes Urtheil muß erst
durch Denken uns klar gemacht werden. Gleichfalls für
Lust und Begierde, der sinnliche Genuß ist uns anschaulich -
klar, was aber das Gute und was das Schöne sey,
wird sich der Mensch erst mit Hülfe der willkührlichen
Aufmerksamkeit im Gebiet des Denkens klar machen.