Volltext : Handbuch der psychischen Anthropologie oder der Lehre von der Natur des menschlichen Geistes (Bd. 1)

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welche  das  Gemüth  zu  sich  hinkehrt  und  etwa  vom  Geschäft -
  abhält.
5)  Der  Mangel  an  Aufmerksamkeit  bringt  den  Zu¬

stand  der  Zerstreuung.  Daher  zerstreut  uns  erstlich
zu  große  Mannichfaltigkeit  des  interessanten  und  zu  große -
  Fülle  lebhaft  auf  den  Sinn  wirkender  Vorstellungen,
indem  hier  der  Blick  unstät  von  einem  auf  das  andere
gezogen  wird,  ohne  bey  etwas  zur  Ruhe  zu  kommen.
Zweytens  ist  aber  die  Zerstreuung  auch  Folge  von
Willensschwäche,  welche  meist  nur  Trägheit  oder  Ermüdung -
  ist,  sonst  aber  auch  Geisteskrankheit  werden  kann,
in  dem  entschiedenen  Unvermögen,  etwas  fest  und  bestimmt -
  zu  beachten.
Vertiefung,  in  welcher  die  Aufmerksamkeit  nicht  zur
Seite  sieht,  weil  sie  ganz  mit  einem  Gedanken  beschäftigt -
  ist,  ist  das  Gegentheil  der  Zerstreuung;  aber  gar  oft
entschuldigen  wir  unsere  Nichtbeachtung  damit,  in  Gedanken -
  gewesen  zu  seyn),  wenn  wir  nur  grade  nichts
dachten.
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1914
Aus  alle  diesem  geht  hervor,  daß  die  Aufmerksamkeit -
  die  Folge  der  Association  unseres  Lustgefühls  und
der  Begierde,  folglich  Association  des  Willens  mit  unseren -
  Vorstellungen  sey.*)  Das  Interesse,  welches  wir
an  einer  Vorstellung  nehmen,  erhöht  selbst  die  Lebhaftigkeit -
  derselben.  Nun  kann  dieses  Interesse  aber  sowohl
nach  den  Gesetzen  des  untern  als  des  obern  Gedankenlaufes -
  wirken.  Daher  wird  bey  dem,  was  uns  von  selbst
Vergnügen  macht  und  woran  wir  gewöhnt  sind,  eine
anwillkührliche  Aufmerksamkeit  im  untern  Gedankenlauf
*)  K.  d.  V.  §.  55.
nung
Max-Planck-Institut  für  Bildungs
Ins
Max  Plai
            
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