Volltext : Psychologie. ¬Die Lehre von dem Erkenntnißvermögen (Th. 1)

Erklärung  des  äußern  Sinnes.
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nere  Object  selbst  und  das  Wissen  von  dem  innern  Objecte,  z.
B.
das  Aufmerken  und  das  Gewahrwerden  des  Aufmerkens,  zwei  ganz  verschiedene
  Dinge  sind,  von  denen  das  Erste  sehr  wohl  ohne  das  Andere  vorhanden
  sein  kann;  daß  es  eine  Menge  innerer  Zustände  gibt,  welche  ohne  selbst
bewußte  Thätigkeit  der  Seele  für  die  Erzeugung  derselben  in  uns  entstehen;
  endlich,  daß  nicht  bloß  fertige,  ausgeprägte,  schon  vorhandene,  innere  Zustände,
  sondern  auch  alle  und  jede  Seelenthätigkeiten,  wodurch  diese  Zustände
in  uns  entstehen,  Objecte  des  innern  Sinnes  sind;  weshalb  auch  der  innere  Sinn
als  das  Vermögen  der  Wahrnehmung  alles  dessen,  was  in  uns  ist
und  geschieht,  erklärt  werden  kann.  Darum  ist  der  innere  Sinn  im  Grunde
einerlei  mit  dem  Bewußtsein,  wie  das  die  Folge  noch  zeigen  wird.  —  Daß
es  neben  dem  äußern  und  dem  innern  Sinne  keinen  dritten,  von  beiden  wesentlich
  verschiedenen  Sinn  mehr  geben  könne,  ist  aus  der  Einrichtung  der  menschlichen
  Natur  von  selbst  offenbar.  Nach  der  Verschiedenheit  des  Sinnes  zerfällt
also  die  Lehre  von  dem  sinnlichen  Anschauungsvermögen  in  zwei  Absätze.
Ausgehend  von  dem  Grundsatze,  daß  alle  menschliche  Thätigkeit  von  der  Erregung
des  äußern  Sinnes  beginnt,  machen  wir  hier  mit  dem  äußern  Sinne  den  Anfang,
Erster  Absatz:
Der  äußere  Sinn.
I.
Der  äußere  Sinn  im  Allgemeinen.
1.  Nähere  Erklärung  des  äußern  Sinnes,
§  10.
Der  menschliche  Geist  kann  nicht  in  Thätigkeit  kommen  ohne  die  Einwirkung
  eines  von  ihm  selbst  verschiedenen  äußern  Gegenstandes,  welcher  seine  Thätigkeit
  anregt  und  ihm  für  seine  Bildungen  Stoff  gibt;  nur  dadurch,  daß  der
Mensch  fremde  Eindrücke  erhält,  in  sich  aufnimmt  und  psychisch  sich  gneignet,
beginnt  er  Vorstellungen  zu  bilden  und  erst  nachdem  er  diese  in  einer  gewissen
Mannigfaltigkeit  erlangt  hat,  reift  er  allmählich  der  Freiheit  und  Selbstständigkeit
entgegen.  Der  Mensch  erscheint  somit  als  ein  in  seinem  allerersten  Wirken  an
fremde  und  zwar  an  äußere  Einwirkungen  gebundenes  Wesen.
Das  Vermögen,  in  Folge  äußerer  Einwirkungen  zu  Vorstellungen  gewisser,  diesen
Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung
            
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