Full text: Psychologie. ¬Die Lehre von dem Erkenntnißvermögen (Th. 1)

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
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1. Theil, Die Lehre vom Geiste. 
Gegenstand unter diesen Begriff gehöre (bezüglich nicht gehöre), darunter falle 
gleichsam durch denselben gedeckt werde, und wir sind dann gleichzeitig über die 
Wahrheit unsers Denkens entschieden, nach Umständen auch nicht entschieden. 
Hierin besteht das Erkenntnißvermögen, insbesondere das Anerkennungs¬ 
vermögen, d. i. das Vermögen der Entschiedenheit über Wirklichkeit und 
Wahrheit (Wahrheitsvermögen). Die Lehre von dem Erkenntnißvermögen zerfällt 
also in die Lehre von dem Anschauungsvermögen, dem Denkvermögen 
und dem Erkenntnißvermögen im eigentlichen Sinne, bezüglich von dem 
Anerkennungsvermögen (Wahrheitsvermögen). Alle diese Vermögen zusam¬ 
men heißen Erkenntniß vermögen, weil sie alle auf das eigentliche Erkennen 
hinzielen und die Erkenntniß bei ihnen die Hauptsache ist (a principali fit de¬ 
nominatio). Darum ist auch die Unterscheidung zwischen niederem, (bloß 
innlichem) und höherem (verständigem und vernünftigem) Erkennen ohne wissen¬ 
schaftliche Begründung, indem das sogenannte niedere Erkennen an sich noch kein 
Erkennen, sondern bloß Bedingung und Grundlage des eigentlichen Erkennens ist.
	        
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