Volltext : Hammer, Philipp: ¬Die christliche Mutter in ihrem Berufe

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kam,  und  zwar  bei  einem,  der  nicht  raten  konnte.
Da  fing  er  auf  einmal  an:  „Von  Kindheit  an  trage
ich  große  Verehrung  zum  hl.  Joseph,  an  ihn  aber
pflegt  man  sich  in  Berufsangelegenheiten  zu  wenden;
ich  weiß  also,  was  ich  tue;  ich  halte  eine  neuntägige -
  Andacht  zum  hl.  Joseph,  um  Licht  zu  bekommen -
  und  den  Beruf  zu  erkennen,  in  dem  ich  Gott
dienen  soll!"  —  Vertrauensvoll  wurde  die  Novene
zum  heiligen  Zimmermann  von  Nazareth  gehalten,
und  als  sie  um  war,  da  —  packte  mein  Freund
seine  Sachen  zusammen,  um  dem  Wunsche  der  Mutter
gemäß  nach  Hause  zu  reisen  und  Kaufmann  zu  werden.
Jahre  vergingen,  und  ich  dachte  mir  nicht  anders,
als  er  sei  Kaufmann  geworden  und  habe  den  geistlichen -
  Stand  an  den  Nagel  gehängt.  Da  las  ich
eines  Tages  seinen  Namen  in  der  Zeitung  als  Sekretär -
  eines  Bischofes,  mit  dem  er  nach  Rom  und
von  da  nach  Jerusalem  zum  Heiligen  Grabe  wallfahrtete. -
  Er  war  also  doch  in  den  geistlichen  Stand
getreten,  und  es  hatte  der  hl.  Joseph  geholfen,  den
Widerstreit  der  Pflichten  zu  seinem  Vorteil  beizulegen
und  den  Wunsch  der  Mutter  insofern  zu  erfüllen,  daß
er,  statt  weltlicher,  geistlicher  Kaufmann  wurde.
Was  nun  aber  hier  eine  fromme  Mutter,  freilich
genötigt  durch  schmerzliche  Verhältnisse,  mit  ihrem
einzigen  Sohne  tat  oder  vielmehr  bloß  tun  wollte,
ihn  nämlich  aus  dem  geistlichen  Stande  herausreißen,
davon  sollen  andere  fromme  Mütter,  die  nicht  in
gleicher  Lage  sind,  das  gerade  Gegenteil  tun,  wenigstens -
  das  eine  oder  das  andere  Kind,  selbst  wenn  es
das  einzige  ist,  dem  geistlichen  Stande,  d.  h.  ausschließlich -
  dem  Dienste  Gottes  widmen  und  bei  einem
etwaigen  Widerstreit  der  Interessen  die  Vermittlerrolle -
  des  hl.  Joseph  zugunsten  des  geistlichen  Standes
übernehmen.  Und  damit  sollen  sie  durchaus  nicht  so
            
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