Volltext : Köhler, Helmut: ¬Der relative Schul- und Hochschulbesuch in der Bundesrepublik Deutschland 1952 bis 1975

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Auf  diese  Weise  kann  bestimmt  werden,  welcher  Teil  der  Bestandveränderungen -
  seit  dem  Basisjahr,  das  heißt  welcher  Teil
des  "Schülerbergs"  demografisch  bedingt  war  und  welcher  Teil
auf  Auswirkungen  anderer  Faktoren  zurückzuführen  ist.  Nun
gibt  es  allerdings  kein  sozusagen  normales  Geburtsjahr  und  auch
keine  normale  Schülerzahl,  so  daß  von  vornherein  kein  bestimmtes
Jahr  als  Basisjahr  schlechthin  in  Frage  kommt.  Zudem  setzt  das
Wachstum  der  Schülerzahlen  in  verschiedenen  Institutionen  und
auf  verschiedenen  Stufen  des  Bildungssystems  zu  unterschiedlichen
Zeitpunkten  ein.  Aus  Gründen  der  Vergleichbarkeit  der  zeitlichen
Entwicklung  soll  hier  jedoch  derselbe  Ausgangspunkt  gewählt  werden, -
  und  um  nicht  allzu  viele  Änderungen  der  statistischen  Abgrenzungen -
  allzu  unterschiedlich  geprägter  Zeiträume  einzubeziehen, -
  wird  im  folgenden  die  Situation  des  Jahres  1960  zugrunde
gelegt  und  für  die  letzten  15  Jahre  die  aufgrund  der  demografischen -
  Entwicklung  erwartbare  Schüler-  und  Studentenzahl  an  lediglich -
  vier  Schularten,  nämlich  Grund-  und  Hauptschulen,  Realschulen, -
  Gymnasien  und  Hochschulen  (Wissenschaftliche  Hochschulen
einschließlich  der  Pädagogischen  Hochschulen  und  Kunsthochschulen)
den  Ist-Ergebnissen  aus  der  Schüler-  und  Studentenstatistik
gegenübergestellt.
Wir  haben  es  in  diesem  Zeitraum  bei  den  betrachteten  Institutionen -
  fast  durchweg  mit  steigender  Schüler-  und  Studentenzahl  zu
tun.  Wenn  dabei  die  Entwicklung  der  bei  konstantem  relativem
Schulbesuch  zu  erwartenden  Schülerzahl  unter  dem  Ist-Ergebnis
liegt,  so  zeigt  sie  an,  wieviel  der  Erhöhung  seit  1960  auf
demografische  Einflüsse  zurückzuführen  ist;  die  Differenz  zur
Entwicklung  der  Ist-Ergebnisse  gibt  an,  welcher  Teil  des  Anstiegs
durch  andere  Faktoren  zustande  gekommen  ist.  Die  demografische
Komponente  und  die  bildungspolitisch  oder  durch  Verhaltensänderungen -
  bedingte  Komponente  wirken  in  derselben  Richtung  und
summieren  sich.  Liegt  dagegen  die  demografisch  erwartbare  Schülerzahl -
  über  dem  Ist-Ergebnis,  so  hat  sich  die  bildungspolitisch
oder  durch  Verhaltensänderungen  bestimmte  Komponente  in  Richtung
einer  Reduzierung  derjenigen  Schülerzahl  ausgewirkt,  die  sich
aufgrund  der  demografischen  Entwicklung  ergeben  hätte.
            
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