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Der Geburtsjahrgang 1960, der wieder etwa ebenso stark besetzt
ist wie der Geburtsjahrgang 1940, befand sich Anfang der
siebziger Jahre beim Übergang zur Sekundarstufe I, also in
einer Zeit intensiver bildungspolitischer Diskussion, in der
sich die Bildungswerbung bereits auswirken konnte und in der
andererseits die Kapazitäten an weiterführenden Schulen - auch
im beruflichen Bereich - bereits stark ausgeweitet worden sind.
Zudem begünstigte die Arbeitsmarktlage Ende der sechziger Jahre
die Erwartung, durch höheres Ausbildungsniveau einen besseren
Arbeitsplatz zu erhalten. Soweit die Personen dieses Jahrgangs
die Hochschulreife erwerben, stellt sich für sie die Frage
der Entscheidung für oder gegen ein Studium und der Berufswahl
unter völlig anderen Bedingungen, da die Arbeitslosigkeit beträchtlich -
ist, die Kapazität der Hochschulen in bestimmten
Fächern stark beschränkt ist und die Berufsaussichten in einer
Reihe von Berufen mit Hochschulausbildung nicht sehr günstig
erscheinen.
Zusammenfassend könnnen wir feststellen, daß das Konzept des
relativen Schulbesuchs uns eine Umdeutung von Längsschnittbetrachtungen -
für eine Geburtsjahrkohorte in "Verlaufsdaten'
erlaubt. Das Bildungsschicksal eines Gebrutsjahrgangs läßt
sich aber damit vollständig erst nach vollem Durchlauf durch
das Bildungssystem beziehungsweise den für die Betrachtung
jeweils -
relevanten Teil des Systems analysieren, so daß Ergebnisse
nur mit starker zeitlicher Verzögerung verfügbar sind. So
läßt sich der relative Schul- und Hochschulbesuch des Geburtsjahrgangs -
1946 zum Beispiel mit Hilfe der Schülerzahlen für
1952 bis 1975 vom vollendeten 6. Lebensjahr bis zum 29. Lebensjahr -
verfolgen und deuten. Jede Generation findet jedoch zu
den für das Bildungsschicksal bedeutsamen Zeitpunkten, das
heißt bei den Entscheidungen über Schulwahl, Übergang ins Erwerbsleben, -
Studienentscheidung usw., jeweils unterschiedliche
Bedingungen vor, die zusätzlich oder in Ergänzung zur Jahrgangsstärke -
von Einfluß auf den resultierenden Schul- und Hochschulbesuch -
sind und bei der Interpretation der Ergebnisse beachtet
werden müssen.