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So hat zum Beispiel der stark besetzte Geburtsjahrgang 1940
die Grundschule in der unmittelbaren Nachkriegszeit durchlaufen,
das heißt in einer Periode, die gekennzeichnet ist durch Besetzung, -
zerstörte Städte, wirtschaftliche Not, Kriegsgefangenenund -
Flüchtlingsprobleme sowie Versuchen der Besatzungsmächte,
ein neues Bildungssystem zu errichten. Die Übergangsentscheidungen -
nach der Grundschule wurden in einer Zeit gefällt, in
der Flüchtlingsprobleme, Arbeitslosigkeit und politische Unsicherheit -
noch eine entscheidende Rolle spielten. Gleichzeitig
war der Lehrermangel an den weiterführenden Schulen noch sehr
stark, so daß Kapazitätsengpässe zu einer relativ starken
Auslese zum Beispiel durch Eintrittsprüfungen geführt haben
dürften.
Der Übergang von der Sekundarstufe I ins Erwerbsleben vollzieht
sich Mitte der fünfziger Jahre in der Zeit beginnenden wirtschaftlichen -
Aufschwungs und Abbaus der Arbeitslosigkeit.
Die Übergangsentscheidungen zur Hochschule - Anfang der sechziger -
Jahre - waren noch nicht durch die Bildungsnotstandsdiskussion -
oder durch Kapazitätsengpässe und (offene) Selektion
beim Hochschulzugang beeinflußt.
Der außergewöhnlich schwach besetzte Geburtsjahrgang 1945
stand dagegen schon in einer völlig anders geprägten Periode
an der Schwelle zum Übergang nach der Grundschule. Die schulischen -
Verhältnisse hatten sich - nicht zuletzt durch sinkende
Jahrgangsstärken - ständig verbessert und das Bildungssystem
hatte sich in seiner Struktur bereits gefestigt. Die Perspektiven -
auf dem Arbeitsmarkt waren erstmals günstig, das heißt
der frühzeitige Übergang ins Erwerbsleben war relativ attraktiv.
Gleichzeitig haben die weiterführenden Schulen sicher ihre
Zugangsbedingungen, zum Beispiel Prüfungsanforderungen, reduzieren -
müssen, um Kapazitäten auszulasten. Der Übergang von
der Sekundarstufe I ins Erwerbsleben fällt dann in eine Zeit
des verstärkten Arbeitskräftemangels Anfang der sechziger
Jahre mit entsprechnd günstigen Arbeitsmarktbedingungen. Auch
für diesen Jahrgang dürften Kapazitätsbeschränkungen an den
Hochschulen keine Rolle gespielt haben.