Volltext : Kreppner, Kurt: Familien-Codier-System (FCS)


(2)  Beschreibung  des  alltäglichen  Zustands  in  der  Familie
Es  wird  (relativ  distanziert)  dargestellt,  wie  in  der  Familie  mit  dem  vorgegebenen  oder
ähnlichen  Problemen  in  der  Regel  umgegangen  wird.  Es  wird  nicht  als  akutes  Thema
benannt,  sondern  als  eine  sicherlich  mögliche  Problemstellung  und  es  wird  angeführt,  wie
man  sich  im  Falle  des  Auftretens  in  der  Familie  verhalten  würde.  Es  wird  dabei  durchaus
auf  konkrete  Anlässe  verwiesen,  die  jedoch  nicht  identisch  sind  mit  dem  gestellten
Thema.
Beispiel:  "Ja,  wenn  es  darum  geht,  im  Haushalt  die  Aufgaben  zu  verteilen,  richten  wir
uns  immer  danach,  was  die  Kinder  wirklich  schon  machen  können,  also  etwa  den  Tisch
decken  die  Kleine  (4  Jahre  jüngere  Schwester)  und  den  Mülleimer  runterbringen  und
kleinere  Sachen  einholen  der  Große...
(3)  Aktuelles  Thema
Hier  wird  das  Thema  auf  der  Karte  zum  Anlaß  genommen,  ein  ganz  aktuelles  und
heißes"  Ereignis  in  der  Familie  aufzugreifen.  Es  geht  dabei  oft  um  einen  akuten  Konflikt,
um  ein  Problem,  bei  dem  noch  keine  Einigung  erzielt  wurde.  Hierunter  wird  auch  eingeordnet, -
  wenn  etwa  einleitend  die  Bemerkung  gegeben  wird:  "Das  haben  wir  ja  gerade
vor  ein  paar  Tagen  diskutiert...".  Gewöhnlich  handelt  es  sich  um  disziplinarische  oder
schulische  Angelegenheiten,  die  als  aktuelle  Themen  in  der  Familienkommunikation
präsent  sind.  Im  Unterschied  zu  (2)  wird  hier  deutlich  unterstrichen,  daß  es  sich  um  eine
aktuelle  und  gerade  diskutierte  Problemlage  oder  ein  aktuell  relevantes  Thema  handelt.
Beispiel:  Das  trifft  ja  echt  zu  für  uns,  da  haben  wir  erst  gestem  darüber  geredet........"
(4)  Nichtzutreffen  oder  Hypothetischer  Fall  (auch  Zukunftsperspektive)
Hier  wird  zumeist  zunächst  klargemacht,  daß  das  vorge  gebene  Thema  nicht  in  den  wirklichen -
  Erfahrungsbereich  der  Familie  paßt,  daß  sie  sich  gleichsam  als  eine  andere  vorstellen -
  müssen,  wie  sie  das  Thema  behandeln  würden,  würden  die  angesprochenen
Gegebenheiten  oder  Ereignisse  bei  ihnen  eintreten.  Hierbei  kann  die  Perspektive  in  die
Zukunft,  zu  einem  späteren  Entwicklungsstand  des  Kindes  oder  der  Familie,  eine  Rolle
spielen.  Wichtig  ist  aber  das  Betonen  des  rein  Hypothetischen  für  die  Familie,  das  Ausgrenzen -
  des  Themas  aus  der  aktuellen  Wirklichkeit  der  Familie  ist  dabei  wichtig.  Es  gibt
hier  die  beiden  Möglichkeiten,  daß  die  Familie,  ohne  auf  das  Thema  weiter  einzugehen,
mit  dem  Kommentar  "Trifft  auf  uns  nicht  zu"  zur  nächsten  Karte  weitergeht.  Wenn  vom
Beobachter  interveniert  wird,  wird  dann  meistens  das  Thema  als  hypothetischer  und/oder
zukünftiger  Fall  diskutiert.  Dieser  Modus  wird  auch  oft  sofort,  nach  Betonung  des
eigentlichen  Nichtzutreffens,  benutzt  und  eine  (betont  rein  theoretische)  Lösung  vorgeschlagen. -

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