Methode
Lebenssituation" genannt werden. Hier soll die folgende (sehr strenge) Definition verwendet
werden: Eine Person lebt in einer normativen Lebenssituation, wenn alle der drei zuvor
beschriebenen Kriterien erfüllt sind (die Person verfolgt eine stabile Karriere, ist mindestens
einmal im Erwachsenenalter eine langfristige Beziehung eingegangen und hat mindestens ein
Kind). Eine Person lebt in einer nicht-normativen Lebenssituation, wenn mindestens eins
dieser drei Kriterien nicht erfüllt ist. In Abbildung 3.1 (vierte Spalte) sind die Prozentwerte
der Variablen "Normativität der Lebenssituation" für die drei Gruppen dargestellt.
Der Vergleich zwischen den Gruppen der Sannyasins und der Facharbeiter zeigt signifikante
Unterschiede: Während die Mehrzahl der Facharbeiter (7 Personen, 64%) eine normative
Lebenssituation aufweisen, ist dies bei keiner Person aus der Sannyasin-Gruppe der Fall
(Fishers exakter Test: p=.0047). In der Gruppe der Lehrer gibt es ebenfalls nur wenige Personen -
(2 Personen, 22%), die nach dem hier verwendeten Kriterium eine normative
Lebenssituation aufweisen. Zwischen den Gruppen der Lehrer und der Sannyasins zeigt sich
kein signifikanter Unterschied (Fishers exakter Test: p-.47).
3.2.3 Zusammenfassung
Die Gruppe der Facharbeiter weist in allen drei Variablen mehr als 50% von Personen auf,
die das jeweilige Kriterium für eine "normative Lebenssituation" erfullen (alle Facharbeiter
zeigen eine stabile Berufskarriere, die meisten Facharbeiter haben langfristige Beziehung und
mindestens ein Kind). Die Gruppe der Lehrer weist dagegen nur in zwei der drei Variablen
(Berufskarriere und persönliche Beziehung) mehr als 50% von Personen auf, die das
jeweilige Kriterium erfüllen. Die Sannyasins schließlich erfüllen nur eins der drei Kriterien
(persönliche Beziehung) einer "normative Lebenssituation". Gibt man den drei Indikatoren
für die Normativität der Lebenssituation gleiches Gewicht (Kombination der Variablen
Berufskarriere, persönliche Beziehung und Elternschaft), so weist nur in der Gruppe der
Facharbeiter eine Mehrzahl von Personen (64%) eine normative Lebenssituation auf,
während dies in der Gruppe der Lehrer nur eine Minderzahl der Personen ist (22%). In der
Gruppe der Sannyasins erfüllt keine Person dieses kombinierte Kriterium. Allerdings muß
betont werden, daß sich die Gruppe der Sannyasins in dem wichtigen Kriterium des stabilen
Berufsverlaufs von der Gruppe der Lehrer unterscheidet: Damit weist die Gruppe der
Sannyasins die geringste Normativität der Lebenssituation aller drei Gruppen auf.
Resümierend läßt sich sagen, daß (1) die Gruppen der Lehrer und Facharbeiter auf der
Dimension der formalen Bildung recht weit auseinanderliegen, daß (2) die Gruppe der
Sannyasins in den meisten soziodemographischen Variablen größere Ähnlichkeiten zur
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