Full text: Oswald, Hans: Soziale Beziehungen und Interaktionen unter Grundschulkindern

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Bei der Berechnung der Zeit, in der ein Kind im Fokus steht, 
werden alle Zeiten berücksichtigt, in denen ein Beobachter 
Notizen über ein Kind macht, gelegentlich sind also auch mehr 
als zwei Kinder gleichzeitig im Fokus. Eine vollkommen gleich- 
lange Beobachtung aller Kinder kann nicht erreicht werden, weil 
die Kinder unterschiedlich häufig in die Beobachtungsfoki hin- 
einlaufen und in unterschiedlich umfangreichen Gruppierungen 
beobachtet werden. Außerdem erschweren Fehlzeiten, Umsetzungen 
und schulorganisatorische Maßnahmen (z.B. Stundenumlegungen, 
Lehrervertretungen) in ungeahntem Ausmaße, die vorher festge¬ 
legten Pläne einzuhalten, obwohl sie nach Möglichkeit Alterna- 
tiven bereithalten sollten. Wegen des explorativen Charakters 
unserer Untersuchung und wegen unseres Ziels, vollständige 
Sinneinheiten aufzunehmen, verzichten wir auf eine time-samp¬ 
ling Prozedur. Der Vorteil, sehr viele lebendige und oft lange 
Interaktionssequenzen im Zuge ihres "natürlichen" Auftretens in 
alltäglich gewohnter Umgebung zu sammeln, wird dabei also mit 
dem Nachteil von teilweise ungleichen Beobachtungszeiten pro 
Kind erkauft. 
Beobachtungsprotokolle: Die beiden Beobachter fertigen ihre 
Protokolle getrennt an. Wichtig ist, daß sie sich nicht über 
die Ereignisse unterhalten, bevor die Protokolle geschrieben 
sind. Wann immer möglich, soll mit der Niederschrift unmittel- 
bar nach Beendigung der Beobachtung begonnen werden. Die erste 
Seite beider Protokolle enthält standardisierte Informationen 
über Datum der Beobachtung, Datum der Niederschrift des Proto¬ 
kolls, Verfasser, Kodename des Lehrers, Schulstunde und Schul¬ 
fach, Bezeichnung der Schulklasse, fehlende Kinder und Fokus- 
kinder. Es folgt eine Skizze der Sitzordnung dieses Tages ein- 
schließlich der Stellung der Beobachter und der Mikrofone (vgl. 
das Formblatt in Anhang 1). Derjenige Beobachter, der diese 
Aufgabe für diesen Tag übernommen hat, beschreibt dann kurz den 
äußeren Stundenverlauf mit Zeitangaben (Unterrichtsthema, Ar- 
beitsthemen, besondere Vorkommnisse). Danach folgt das eigent-
	        
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