Full text: Oswald, Hans: Soziale Beziehungen und Interaktionen unter Grundschulkindern

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Geräusche aufzeichnet, in denen der sinnvolle Ablauf "unterge¬ 
hen" kann. Manchmal ist der Blick der statischen Kamera zu 
starr. Sie "krabbelt nicht" mit den Kindern unter den Tisch. 
Besonders gut kann man Videoaufnahmen verwerten, wenn es ein 
begleitendes Protokoll eines Beobachters gibt. 
Diese liegen bei uns auch vor, allerdings wegen der Unmöglich¬ 
keit, beliebig viele Beobachter in einem Klassenraum unterzu- 
bringen, nicht für alle gleichzeitig aufgenommenen Tischgrup¬ 
pen. Um die Beobachterkapazität zu erweitern, haben wir hier 
auch auf die Doppelfokussierung verzichtet. Wir halten diese 
Protokolle meist von den Aufnahmen getrennt, denn eine Absicht, 
die wir mit Videoaufnahmen verfolgen, besteht in der Kontrolle 
der Beobachtungen. Da das Geschehen, das im Fokus einer der 
Kameras steht, gleichzeitig in der üblichen Weise von einem 
Beobachter protokolliert wird, können zu Kontrollzwecken Beob- 
achtungsprotokolle und Videoaufnahmen systematisch verglichen 
werden. 
Beobachtungsrhythmus und Beobachtungsdauer: Normalerweise wird 
an einem Beobachtungstag während zweier Schulstunden, einer 
kleinen und einer großen Pause beobachtet. Ein wichtiges Prin- 
zip besteht darin, daß die beiden Beobachtungsprotokolle fertig 
geschrieben sein müssen, bevor die nächste Beobachtung beginnt, 
weil sich sonst die Erinnerungen an beobachtete Ereignisse ver¬ 
mischen. Weil das Anfertigen der ausführlichen Beobachtungspro¬ 
tokolle sehr zeitaufwendig ist, sind pro Woche höchstens zwei 
Beobachtungstage durchführbar. 
Die Gesamtdauer der Beobachtung in einer Schulklasse richtet 
sich nach der Zahl der zu beobachtenden Kinder und nach der 
vorweg festzulegenden Zeitdauer, die das einzelne Kind beobach¬ 
tet werden soll. Bisher haben wir immer alle Kinder einer 
Schulklasse beobachtet und angestrebt, etwa drei Stunden Beob¬ 
achtungen und zwei Stunden Videoaufnahmen pro Kind zu bekommen.
	        
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