Full text: Oswald, Hans: Soziale Beziehungen und Interaktionen unter Grundschulkindern

turellen, Gemeinschaft stiftenden Werten und Normen. In diesem 
Rahmen kann sich eine Rekonzeptualisierung der Strukturbedin- 
gungen vollziehen, unter denen von nun ab Kompetenzen einge¬ 
setzt werden können. 
Die starke Betonung der sozialen Objekte, in die Kinder im So- 
zialisationsprozeß eingeführt werden müssen, der ihnen angebo- 
tenen Gesellungsmuster sowie der in Kindersubkulturen tradier- 
ten Wert- und Normsysteme steht unseres Erachtens nicht im Wi¬ 
derspruch zu der von uns akzeptierten Grundannahme, daß Kinder 
in eigener Aktivität ihre Entwicklung vorantreiben. Kinder set- 
zen sich Erfahrungen aus, Kinder konzeptualisieren das Er- 
fahrene unter seinem strukturalen Aspekt und erproben auf der 
Basis des Erarbeiteten, unter welchen Bedingungen sie ihre Kom¬ 
petenzen, Interaktionen aufrechtzuerhalten, erfolgreich ein- 
setzen können. Die Eigenaktivität des sich entwickelnden Sub- 
jekts wird ganz besonders darin deutlich, daß Entwicklungs- 
fortschritt nach unseren Ergebnissen nicht darin besteht, in 
ein besseres Muster des Verhaltens fest eingebunden zu sein, 
sondern unter immer komplexeren Bedingungen eine Antwort aus 
zunehmend mehr Alternativen verfügbarer Verhaltensstrategien 
auswählen und in ihrem Bezug auf eine differenzierte Interak- 
tionskonstellation verständlich machen zu können.
	        
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