Volltext : Schütze, Yvonne: Innerfamiliale Kommunikation und kindliche Psyche

22  -zu -
  geraten,  wie  es  in  pathogenen  Systemen  der  Fall  ist,  die
an  einmal  fixierten  Images  festhalten  müssen,  um  das  Familiensystem -
  in  einem  wenn  auch  artifiziellen  Gleichgewicht  halten
zu  können.
Images  bilden  sich  einmal  aufgrund  normativer  Erwartungen,  die
an  bestimmten  Rollen  haften  sowie  aufgrund  von  Erfahrungen,  die
Ego  mit  Alter  als  Interpret  seiner  jeweiligen  Rolle  macht.  Dabei -
  spielen  sowohl  reale  wie  projizierte  Persönlichkeitsmerkmale -
  eine  Rolle,  ebenso  die  Bewertung,  die  die  jeweilige  Person -
  oder  Beziehung  von  dritter  Seite  erfährt.
Die  jeweiligen  in  einem  Familiensystem  existierenden  Images
sind  in  der  Regel  nicht  identisch,  sondern  differieren  in
erheblichem  Ausmaß.  Diese  Verschiedenheit  ist  gleichsam  ein
natürliches  Produkt  geschlechts-  und  altersspezifischer  Differenzen -
  sowie  Ausdruck  individuierter  Persönlichkeitsstrukturen. -
  Der  Fall  einer  völligen  Kongruenz  der  in  einer  Familie
herrschenden  Images  ist  als  pathologisch  zu  betrachten,  da
eine  solche  Kongruenz  nur  aufgrund  erzwungener  Bedeutungsidentität -
  zustande  kommen  kann,  die  die  völlige  Aufgabe  personaler -
  Identität  voraussetzen  würde.
Die  Verschiedenheit  der  Images  wird  dann  allerdings  zum  Gradmesser -
  nach  Schweregraden  variierender  Konflikte,  wenn  zum
Beispiel  Ego  Alter  ein  Image  ansinnt,  das  dieser  mit  seinem
Selbstbild  nicht  vereinbaren  kann  oder  das  dem  Entwurf  dessen,
wie  er  von  Ego  gesehen  werden  möchte,  nicht  nur  nicht  entspricht, -
  sondern  diesem  völlig  entgegengesetzt  ist.  Das  heißt,
wenn  Images  innerhalb  einer  diffusen  Sozialbeziehung  systemstabilisierenden -
  Charakter  haben  soll,  der  nicht  einem  pathologischen -
  Gleichgewicht,  sondern  der  wechselseitigen  Identitätssicherung -
  dient,  müssen  sie  nicht  identisch,  sondern  kompatibel -
  sein.
Die  Autoren  unterscheiden  drei  Formen  der  Inkongruenz  von
Images:
a)  Das  Image,  das  Ego  von  Alter  hat,  entspricht  nicht  seiner
Vorstellung,  von  dem,  wie  er  sich  Alter  wünscht  oder  wie
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer