Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

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auch ihr schönster Zufluchtsort, eines der wenigen 
Güter die uns nicht geraubt werden können. 
Alsdann, wenn der Wille des Einzelnen nichts 
mehr vermag gegen überwiegende Gewalt allum 
faßender Verhängniße, oder noch schlimmer, wenn 
kein Wille mehr sein soll neben dem höchsten, da 
ist der Glücklichste, wem gegeben ist seine Zeit 
zu vergeßen und in sich selbst zu verleben. Doch 
sei dies kein gedankenloses Vergeßen, kein Schlum 
mer hofnungsloser Unthätigkeit, sondern in be 
ständigem Umgange mit beßern Zeiten, unausge 
setzte Uebung, Unterricht und Lehre, auf daß man 
die Seinigen weise ertragen lerne und etwas auf 
bewahre an Kraft, an Muth und an Fähigkeit 
für glückliche Augenblicke der Zukunft, wenn einst 
neue Hofnungen und wiederkehrende Aussichten 
die Beßern im Volke aufrufen zu zeigen, was sie 
sind, für wen sie es sind. Solch einen Geist be 
wahre vor allen dir, mein Vaterland, und dann 
heil dem Zeitalter, das einst dieser Keime Früchte 
genießt. 
Wenig habe ich gesagt, niemand fühlt das 
beßer als ich; aber zusammenzufaßen alles was 
die Wißenschaften nothwendig macht, wodurch sie 
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Max-Planck-Institut für Bi
	        
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