Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

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Nur gemeine Menschen begnügen sich mit dem 
was sie müßen. Eine edle Natur fühlt ein Be 
dürfniß nach Mehrern und Auszeichnung entsteht 
nur dadurch, daß man sich eine selbstgewählte, 
höhere Thätigkeitsffäre schaffe, und in dieser frei 
willig einen neuen Kreiß von Pflichten bestimme, 
die nur eigner Wille verbindlich macht und denen 
alle Kraft und Zeit gewidmet sein muß welche die 
Geschäfte des Berufs übrig laßen. Wenige nur 
begünstigt das Glück zur Unternehmung großer 
Thaten für den Staat, oder für das Wohl der 
Menschheit, aber weil es keine Feßel des Geistes 
giebt, als die man sich selbst anlegt, so kann je 
der in seiner Lage, durch das, womit er sich über 
das Gewöhnliche derselben erhebt, ein großer 
Mann, Muster der Nachahmung, und Gegen 
stand allgemeiner Achtung werden, und ist um so 
viel mehr werth, als er seinem Zeitalter beweißt, 
noch sei die Größe nicht unter uns fremd gewor 
den, die das Wenigste dem Glücke, das Meiste 
sich selbst verdanket. Die Gelegenheiten dazu 
liegen in dem Studium der Natur und der Wis 
senschaften so nahe, die Mittel sind so einfach, 
und der Aufwand so wenig von äußern Glücks 
Max-Planck-Institut für Bi
	        
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