Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

Ma) 
(-Institut für 
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und Gewicht des Ganzen und mit ihnen Genuß 
und Nutzen der Lektüre. Ohne Partheilichkeit 
oder Vorliebe, wird jeder gestehen der zweier 
Sprachen mächtig ist, daß keine Uebersetzung in 
dem Grade auf das Gemüth wirkt, als der Vor 
trag der Ursprache. Viertens so wie alle Ge 
genstände in ihrer ursprünglichen Gestalt weit 
bleibendere Rückerinnerung nach sich laßen, als 
in ihrer nachgebildeten, so wird auch der Geist 
weit länger und vertrauter an Gedanken gefeßelt, 
die er aus den Quellen selbst schöpfte, welches be 
sonders diejenigen wahrnehmen, welche eine Spra 
che noch nicht ganz gründlich verstehen und mit 
hin zur verdoppelten Aufmerksamkeit beim lesen 
genöthigt sind. Endlich ist das besondre Ver 
gnügen und beruhigende Gefühl auf dem schwer 
sten Wege zum weitesten Ziele gelangt zu sein ein 
so schöner Vorzug und Lohn der Gründlichkeit, 
daß man wohl sagen kann, es werde hierdurch, 
wie überall, dem mühsam vollendeten Werke die 
Krone aufgesetzt. Wenn also in Uebersetzungen 
der Richtigkeit, der Klarheit, dem Eindruck, der 
Beständigkeit und dem Intereße der Erkenntniß 
offenbar Abbruch geschieht, und gegen diesen der
	        
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