Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

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sprünglichen Klarheit verliert. Oft bemerkt man 
in Stellen, daß der Uebersetzer sich gleichsam ge 
wunden um zwei Sprachen zu vereinigen, und 
hier kann man allemahl voraussetzen, daß er im 
Kampfe mit den Eigenthümlichkeiten derselben un 
tergelegen habe. Doch laßen es die Meisten auf 
solche mühsame Versuche nicht ankommen und 
wählen die bequemere Methode sich durch Lizenzen 
aller Art zu helfen. Drittens, nicht bloß die 
Klarheit der Gedanken, sondern auch der Eindruck 
derselben verliert dadurch, daß der Genius der 
Sprachen unübersetzbar ist. Dieser hat mit den 
Regeln der Grammatik nichts gemein, er spricht 
bloß das Gefühl an und seine Schattirungen sind 
zu fein, um von dem Verstande durchdringend er 
kannt zu werden, zu sehr an die besondre Form 
einer jeden Sprache gebunden als daß sich nur 
die Möglichkeit gedenken ließe ihn zu übertragen. 
Indem nun jene feinen Schattirungen der Gedan 
ken, die oft die sinnreichsten überraschendesten Zü 
ge, und den unnachahmlichen Nachdruck der Re 
de enthalten, verlohren gehen und durch matte 
Umschreibungen, oder durch vermeintlich ähnliche 
Wendungen ersetzt werden, vermindert sich Kraft 
Max-Planck-Institut für Bi
	        
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