Full text: Scheltz, August: Versuch über den Werth der alten Sprachen und des Studiums klaßischer Literatur der Griechen und Römer

Max-Planck-Institut für Bildungsf 
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muß. Bringet den Jüngling um den hohen 
Genuß womit ihn das Bewustsein lohnt, welch 
ein reicher Schatz dasjenige Gut sei, das der 
Mensch mit aufopfernder Anstrengung, mit ei¬ 
gner Kraft errungen, um jene erhebende Ge¬ 
müthsstimmung welche aus dem Gefühl hervor¬ 
geht, er habe sich selbst auf festen klaßischen 
Grund gestellt, welche nach allen Richtungen 
hin, die Basis menschlicher Weisheit, Kunst und 
Wißenschaft enthaltend, die Aussicht glücklicher 
Erfolge dem muthigen Fleiße eröfnet; thut die¬ 
ses durch eure erschlaffende Methoden, aber wun¬ 
dert euch dann nicht wenn die Erndte andre 
Früchte bringt, als ihr erwartetet, wenn Ueber¬ 
ladung heterogener Erkenntniße ohne Solidität, 
Ordnung und Zusammenhang in sich selbst zer¬ 
fällt, wenn der Mann das, was er spielend von 
euch als Knabe oder Jüngling lernte, zum Spiel 
herab würdigt und voll Ueberdruß, ohne Sinn 
und Herz wegwirft. Also ist es durchaus irrig, 
wenn man glaubt der Jugend frühzeitigen Auf¬ 
wand von Zeit und Mühe ersparen zu können, 
und doppelt schädlich, wenn man aufhebend die 
feste, einfache Richtung welche das Studium der
	        
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