Full text: Zur Geschichte des aufgelös'ten Königlichen evangelischen Schullehrer-Seminars zu Breslau - Eine Beleuchtung und Widerlegung der im Evangelischen Kirchen- und Schulblatt von Dr. Gaupp und Dr. Ruthardt gegen mich gerichteten Angriffe (2,2)

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so genüge vorläufig die Versicherung, daß ich für die Wahrheit der¬ 
elben einstehe, denn sie waren für mich von besonderem Interesse. 
Auch hier lasse ich den Gedanken der Leser und auch denen des Hrn. 
Dr. R. freien Lauf. 
Erwägt man nun dies und den Umstand, daß ich dem Dir. 
G. sehr oft persönlich die jedesmal erschienene Nummer überbracht 
habe so muß es völlig unbegreiflich erscheinen, wie derselbe durch 
allerlei Winkelzüge sein Verhalten gegen mich in Betreff der 
Schullehrer=Zeitung zu entschuldigen und sich gegen den Verdacht 
der Denunciation zu verwahren sucht. Noch ist nirgend 
ausgesprochen worden, daß ec. G. die Schullehrer=Zeitung de¬ 
nuncirt habe. Aber der Verdacht wäre gerechtfertigt wenn 
aus gewissen amtlich vorgelegten Fragen und zu Protokoll ge¬ 
gebenen Antworten, in Betreff des Verhaltens des Direktors 
zu dem Herausgeber Folgerungen zu machen erlaubt ist. Leider 
ehe ich mich hier verhindert, mit der vollen Wahrheit ans Licht zu 
treten. 
— 
Wer übrigens den Ruthardt'schen Artikel über die 
Schullehrer=Zeitung lies't, der wird sich schwerlich überreden 
lassen, daß ec. G. „seine Hände in Unschuld waschen dürfe“ oder 
es setzt sich dieser des gerechtesten Vorwurfs der unredlichsten In¬ 
konsequenz aus. 
Die Gegner dieser Zeitung wittern, wie überall, auch hier al¬ 
lerlei böse Elemente und erheben ein Geschrei, als wäre der Geist 
der Schullehrer=Zeitung einer Brandfackel zu vergleichen, 
welche man in ein Pulverfaß, wofür man den Lehrstand und auch 
das Breslauer evangel. Schullehrer=Seminar zu halten scheint, 
chleudre und dadurch das Volk und den Staat der größten Ge¬ 
ahr aussetze. Die Verf. des Artikels im Evangel. Kirchen= und 
Schulblatt haben in Nr. 20 Recht, wenn sie „das Bestreben, schon 
die Pflanzstätte der künftigen Lehrergeneration in einen Herd 
der Opposition zu verwandeln, verwerflich finden." Ein solches 
„Bestreben" ist nicht nur „verwerflich" sondern sogar sträflich. 
Aber es trifft dieser schwere Vorwurf weder den Herausgeber der 
Schullehrer=Zeitung, noch die Schullehrer=Zeitung selbst. Wer das 
„Seminar in einen Herd der Opposition verwandelt" hat, 
darüber möchte nun wol kein Zweifel mehr obwalten. Wenn man, 
wie es hier oft vorgekommen ist, bei den Seminaristen, so zu sagen, 
„auf den Strauch schlägt, um der Wahrheit in einzelnen Vor¬ 
fallen auf die Spur zu kommen; wenn die Anwendung dieses 
eines Seminar=Direktors unwürdigen Disciplinar=Mittels völlig 
unschuldige Zöglinge traf, die darüber erbittert, in unliebsamer Weise 
mit einem ,so ist es nicht," oder „davon weiß ich nichts" oder 
„das ist nicht wahr," oder „das sind Lügen," antworten, braucht 
man da erst durch das Lesen der Schullehrer=Zeitung zur Opposi¬ 
tion angereizt worden zu sein? Diese Fälle durften sich nur ein 
paar Mal wiederholen und diese unpädagogische Manier mit ihren 
2* 
 
Max-Planck-Institut für 
igsfors
	        
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