Full text: Vollgiltige Stimmen aus dem gelehrten Stande über das Rechtsverhältniß des Schullehrer-Standes zu Kirche und Staat und über die Wichtigkeit der Schule und was derselben Noth thut, nach den Grundsätzen der Humanität und den Bedürfnissen unserer Zeit

lanck¬ 
204 — 
Aus welchen Ständen die Schulinspectoren ge= 
wählt werden müssen. 
(S. Seidenstückers Schrift.) 
„Wenn man bei andern Ständen eine solche Frage 
aufwerfen wollte, so würde man Gefahr laufen, das 
allgemeine Gespötte zu werden. Denn wer würde nicht 
lachen und spotten, wenn Jemand eine Untersuchung 
anstellen wollte:" 
„Ob ein Obersanitätskollegium aus Aerzten, oder 
aus Juristen und Predigern bestehen müsse? und umge= 
kehrt: Ob ein Kollegium, welches junge Juristen bilden 
soll, aus Rechtsgelehrten, oder aus Aerzten und Gottes¬ 
gelehrten bestehen müsse? Ja! um ganz in das gemeine 
Leben hineinzugehen, wer würde nicht lachen, wenn Je= 
mand den Vorschlag thäte, über die Profession der Schnei= 
der ein beurtheilendes und inspicirendes Kollegium aus 
Schmieden anzuordnen, und umgekehrt? Hier entscheidet 
die gesunde Vernunft augenblicklich über das Ungereimte 
des Vorschlages oder der Untersuchung. Nicht anders 
verhält es sich mit der aufgestellten Frage über die Schul= 
inspection; ich muß die Frage hier aufstellen, weil die 
gesunde Vernunft an so vielen Orten in dieser Hinsicht 
noch mit einem dichten Schleier umhüllt ist, aber es 
wird auch genug seyn, die Frage bloß aufgestellt zu ha= 
ben, um die einstimmige Antwort zu erhalten: Daß 
Niemand anders Schulinspector seyn könne 
und seyn dürfe, als der Schulmann selbst.“ 
„Wer anders kann so, wie er, beurtheilen, 1) wel¬ 
cher Unterricht überall der Jugend zu ertheilen sey, 2) in 
welcher Ordnung die verschiedenen Gegenstände des Un¬ 
terrichts auf einander folgen, oder mit einander ver= 
bunden werden müssen, 3) welches Zeitmaaß für jeden
	        
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