Full text: Wetzel, Franz Xaver: Reisebegleiter für Jünglinge

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Sonst ist der Verlust des Glaubens und der Un¬ 
schuld gewiß. Nun giebt es aber Bureaus, Werk¬ 
stätten und Fabriklokale, wo glaubenslose oder 
ozialdemokratische Arbeiter ihren Mitarbeitern ein¬ 
fach keine Ruhe lassen, bis sie ihren Vereinen bei¬ 
treten, ihre Schriften lesen und so den Glauben 
verlieren. Oder es giebt Häuser und Arbeitsstätten. 
wo Verführerinnen ihre arglistigen Netze spinnen, 
oder Verführer ihr Unwesen treiben, wo den ganzen 
Tag nichts als Zoten und unsittliche Spässe gehört 
werden, und keine Mahnung und Warnung und 
keine Anzeige beim Prinzipal etwas fruchtet. Da 
bleibt nichts anderes übrig als die Flucht. 
Denn „wer die Gefahr liebt, kommt darin um. 
Das haben leider schon tausend und tausend Jüng¬ 
linge erfahren: sie haben Glaube und Unschuld 
verloren, weil sie den Ort der Gefahr nicht ver¬ 
ließen. Darum fort von einem solchen Platze, und 
wär' der Lohn auch noch so groß, die Stellung 
noch so schön und angenehm. „Was hast du davon, 
wenn du die ganze Welt gewinnst, an deiner Seele 
aber Schaden leidest?" „Ein Jüngling von 19 
Jahren, dessen Herz noch rein, ist der 
liebenswürdigste Mensch von der Welt, 
sagt Rousseau, der Gottesleugner. 
„Wahr' deiner Unschuld Blütenschmuck, 
Du liebes, frommes, junges Blut! 
Einmal verloren, nimmermehr 
Wir dir beschert dies Himmelsgut. 
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Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 
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