Full text: Wetzel, Franz Xaver: ¬Die Frau

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Eine unbesonnene Hausfrau dagegen setzt sich über all' 
diese Fragen hinweg; sie will um keinen Preis eine ihr 
gerade günstig scheinende Gelegenheit zum Kaufen vor¬ 
übergehen lassen; weil ein Kleiderstoff oder Vorhänge 
oder ein Hut auf einer Versteigerung oder bei einem 
sog. Ausverkauf zu Schleuderpreisen zu haben sind, so 
meint sie, unter allen Umständen einkaufen zu müssen, 
soweit es nur immer die Börse gestattet. So wird viel 
Geld verausgabt für Dinge, die gar nicht oder wenigstens 
jetzt nicht notwendig sind, und wenn der Mann von 
diesen unüberlegten Einkäufen Kenntnis erhält, wird er 
mit Recht darüber erzürnt; Unzufriedenheit und ehe¬ 
liche Zerwürfnisse sind nicht selten die Folge. Möge 
daher jede Frau es sich zum Grundsatze machen, nicht 
das Kleinste, und wäre es auch nur ein Zündholzbüchschen, 
unbesonnen und unüberlegt zu kaufen. Mag eine 
Ware auch noch so billig sein, sie ist immer 
zu teuer, wenn sie nicht notwendig ist. Be¬ 
sonders thöricht ist es, unnötige Vorräte an Kleidern 
und Genußmitteln zu kaufen, weil die Kleider aus der 
Mode kommen, und die Genußmittel verderben. „Ver¬ 
schwenderische Weiber können die reichsten Häuser zu 
Grunde richten," sagt Fénélon. 
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