Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

lässiger? Wer blieb mehr als er treu in allen Lebenslagen? treu in der Freude? treu im Leid? treu im Großen? treu im Kleinen? O liebe Männer, wie schwer ist oft die Treue im Kleinsten! Mühen auf sich nehmen, o ja! öffentlich seinen Glauben bekennen, o gewiß! Sonntags seine Pflichtmesse hören, sicherlich! Aber für ein Kind ganz im stillen eine kleine Arbeit tun, der Frau zuliebe auf irgend ein kleines Vergnügen verzichten, einen unbedeutenden Arger hin¬unterschlucken — wie schwer fällt's oft!

Sehet, ein treues Herz verlangt der göttliche Heiland von dem, bei dem er seine Linkehr hält, versagt ihm nicht, was er verlangt und weigert euch nicht zu tun, was euer Beruf als Christ, als Mann, als Vater, als Gatte von euch fordert. Seid treu in euerm Handel und Wandel, fleißig und zuverlässig in eurer Berufsarbeit. Seid Jesu treu und bleibt ihm treu. Zeigt ihm, daß er auf euch bauen, sich auf euch verlassen kann; und wenn ihr einmal ein besonderes Opfer bringen müßt, wenn die Wahl an euch herantritt, entweder auf eine Annehmlichkeit zu verzichten oder dem Heiland untreu zu werden, entscheidet euch niemals gegen ihn. Keine Treue ohne Mühe. Keine Zuverlässigkeit ohne Opfer. Kein Christ ohne Kreuz.

3. Es war besonders eines, in dem die goldene Treue des hl. Josef sich wunderbar offenbarte: seine makelloseReinheit. Ohne sie hätte Gott ihn nicht zum jungfräulichen Gemahl Mariä, zum Pflegevater Jesu erwählt. Wir finden oft unsern Heiligen dargestellt, wie er auf einer Hand sein Pflegekind und in der andern das Lilienzepter trägt. Die Reinheit war wie eine blen¬dend weiße Lilie im Garten seines Herzens, sie war wie ein Zepter, ein Königsstab, mit dem er sein Inneres beherrschte und leitete. Dieses Königszepter machte ihn würdig, zum Lenker und Beschützer dessen erwählt zu werden, der die ganze Welt beherrscht. Ein reines Herz ist ein Königsherz.

Muß nicht auch dein Herz rein sein, wenn du zum Tische des Herrn hintrittst, und Jesus bei dir einkehren will? Ich weiß es: ihr habt alle im heiligen Bußsakramente die Flecken eurer Seele abgewaschen, jetzt ist sie rein. Rein aber muß sie jetzt bleiben. 

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