Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

serm schwachen Herzen, die so oft vor einem Opfer zurückschrecken, können es gar nicht schildern und ermessen. Was gab er ihm nicht? Cr schenkte ihm alles, nichts verweigerte er ihm. Doch lasset uns wenigstens einige seiner kostbaren Geschenke betrachten: seine innige Liebe, seine goldene Treue, seine makel¬lose Reinheit.

1. Nie hat ein Vater sein Kind so herzlich, aufrichtig und warm geliebt, wie der hl. Josef seinen göttlichen Pflegesohn. Ihm er¬wies er alle Hingebung und Zuneigung, der sein Herz nur fähig war. Wie nahe stand er dem Sohne Gottes! Nicht sollte er ihn mit heißem Hoffen ersehnen, wie die Patriarchen, nicht in ferner Zu¬kunft schauen, wie die Propheten alter Zeiten, nein: auf seinen Armen hat er ihn getragen; ihm, dem göttlichen Kinde, schlug sein Herz in inniger Hingabe entgegen; alle seine Gedanken und Wünsche, alle seine Arbeiten und Sorgen, alle Kräfte seiner Seele und seines Leibes gehörten ihm. Es war ein wunderbares, geheimnisvolles Leben und Lieben, die Liebe des heiligen Josef zu seinem Pflege¬sohn. Alle Kräfte in seiner Seele jubelten, jauchzten auf, erhoben und erweiterten sich in dieser Liebe. Jesus war sein kostbares Kleinod, das er sorgfältig schützte und behütete.

Wir kennen alle das Bild: Jesus auf den Armen des hl. Josef. Heimelt es uns nicht an, weckt es nicht Empfindungen frohen Vertrauens in unsern Herzen? Jesus streckt seine Händchen nach seinem Pflegevater aus, als wollte er ihm für alles danken, und Josef schaut mit Liebe und Freude in die strahlenden Augen Jesu. Sehet da, katholische Männer, die Liebe des hl. Josef zum Kinde auf seinem Arm ist für euch ein herrliches Vorbild für euer Verhalten bei der heiligen Kommunion. Nicht auf den Händen, nein, in euren Herzen tragt ihr ihn, den göttlichen Heiland. Mit welcher Ehrfurcht und Liebe sollt ihr zum Tische des Herrn hintreten! Mit welcher Andacht und Hingebung ihn in eurer Seele aufnehmen, mit welcher Demut ihn anbeten, wenn er bei euch weilt! In diesen heiligen Augenblicken sollt ihr ganz in Gott gesammelt sein.

Und wie der hl. Josef Jesum als sein herrliches, wunder¬bares Kleinod behütete, bewahrte und beschützte, so sei auch du

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