Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

und Verzagtheit aufkommen. Die Gnade feierte ihren Triumph über alles Schwache, die Glaubenskraft siegte über alles, was der Religion feindlich sein konnte.

Die Widersacher der heiligen Kirche waren gegen den Heiligen wutentbrannt, sie wollten ihn verderben, ihm Böses und Schlimmes zufügen, ihn durch Beraubung des Lebens um alles Glück bringen; Haß und Bosheit ersannen die ausgesuchtesten Foltern, um ihn in einen Abgrund von Qualen und Leiden zu versenken. Und damit wollten sie auch die Kirche treffen; ihr wurde kurz nach dem blutigen Tod ihres Oberhauptes nun noch eine mächtige Stütze genommen, das eifrige Wirken des jungen Diakons in ihrem Dienste hörte auf.

Was aber haben die Feinde erreicht? Der junge Laurentius ward vom Herrn Himmels und der Erde mit wunderbarer Gnade überschüttet, seine unsterbliche Seele strahlte in übernatürlichem Lichte, und nachdem er den Heldentod mutig auf sich genommen und überstanden, ward im Himmel ihm die herrliche Siegeskrone zuteil. Und die Kirche? Sie erhält einen gewaltigen großen Mär¬tyrer, an dessen Starkmut sich Millionen aufgerichtet und getröstet haben. Gleich einem leuchtenden Stern erstrahlt St. Laurentius am Firmament der christlichen Heiligen; die Henker und Feinde aber sind vergessen, nur mit Entsetzen und Mitleid denken edle Menschen an sie.

Sehet, liebe Männer, das ist die Heldenkraft des Glaubens. Wer ihm treu bleiben will, muß Opfer bringen. Zwar ist die Martyrerzeit vorüber; aber wer zählt all die Männer, die heute um ihres Glaubens willen verspottet und verhöhnt werden? Wer schildert es, welch furchtbarer Haß, welch niederträchtige Verleum¬dung, welch hochmütige Zurücksetzung die Feinde des Kreuzes den treuen Kindern der heiligen Kirche antun? Manche Stellungen, Beschäftigungen und Ehren sind ihnen verschlossen. G ja, der Feinde sind viele; zwar sind sie oft untereinander uneins, aber im Haß gegen Papst und Kirche finden sich die Herzen zusammen. Auch ihr müßt Helden sein; ohne Furcht sollt ihr für eure Über¬zeugung einstehen, und, wo es not tut, euch ohne Scheu als katho¬

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