Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

sondern Stütze und Trost soll sie für Haus und Familie sein. Sie hat das gleiche Recht auf Ehre und Glück wie der Mann. Die Reichtümer der göttlichen Gnade stehen beiden offen. Dieselbe himmlische Seligkeit soll ihnen zuteil werden.

Wehe der Welt, wehe der Familie, wehe den Männern, wenn die heilige, von Gott gewollte Würde der Frau wieder in Vergessen¬heit gerät! Das Elend des alten Heidentums würde wiederkehren. Es war eine große Zeit, die Zeit des Mittelalters, wo die edelsten Kreise die den Frauen erwiesene Ehre und Huldigung als eine Art von religiöser Betätigung betrachteten. Line Zeit, da die Verehrung „Unserer lieben Frau" und der ritterliche Kampf zum Schutz der Frauenehre eng verbunden waren.

Möget ihr, liebe Männer, es nicht vergessen: Euer und eures Hauses Glück hängt davon ab, daß ihr euren Frauen Ehrfurcht, Achtung und Liebe erweiset. Beherrschet eure Launen, besieget eure Leidenschaften, schenket eurer Gattin Treue, Wohlwollen und Güte.

Der hl. Johannes Chrysostomus sagt: ‘„Die Gefährtin des Lebens, die Mutter der Kinder, die Spen-derin aller Freude muß man nicht durch Furcht und Drohung bezwingen, sondern durch Liebe und Hingabe. Denn was ist das für eine Ge¬meinschaft, wenn die Frau vor dem Manne Angst hat?!" ’ (In Ep. I ad Cor. hom. 26.) O daß es doch nicht so manche Häuser gäbe, in denen die Wahrheit dieser Worte des großen Kirchenlehrers entsetzlich klar zutage tritt! O daß doch wenigstens in den katholischen Familien Liebe und Vertrauen herrschen möchte zwischen Mann und Frau!

Liebe Männer! Nicht Mißtrauen, sondern Wohlwollen! Nicht Heimlichkeiten, sondern Offenheit! Nicht Bitterkeit, sondern Liebe! Nicht Härte, sondern Freundlichkeit! Alles möge zwischen euch rein und klar sein. Kränket eure Frauen nicht durch kleinliche Überwachung, klaget nicht bei Verwandten oder Bekannten über häusliche Schwierigkeiten und Mißverständnisse, seid aufrichtig und offen gegeneinander. Wo gibt es nicht einmal kleine Unannehm¬

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