Full text: Sträter, Hermann Josef: Männerpredigten

  Gold und Silber, alle Edelsteine und Perlen ihr schenken. Er konnte unter allen Blüten der Erde die schönsten aussuchen und ihr ein wunderbares Angebinde daraus bereiten, herrlicher, wie je ein Mensch eins gesehen. Er konnte Maria in einein Hause voll fürstlicher Ehren aufwachsen lassen und sie zur mächtigsten Ge¬bieterin hienieden machen. Mit vollkommener Wundermacht hätte er sie ausstatten können, so daß alle Menschen voll Liebe und Dankbarkeit ihr ergeben gewesen wären. Er hätte die Tage ihres Lebens mit allen Freuden und Vergnügen dieser Welt ausfüllen können. Aber nein, nichts von alledem! Gott fand unter allen Schätzen und Reichtümern seiner Allmacht nichts Besseres, Schö¬neres und Herrlicheres für Maria, als die heiligmachende Gnade. Hätte er seiner Mutter Wertvolleres geben können, so würde er es getan haben. Aber Kostbareres gab es nicht. So umkleidete er denn die heilige Seele Mariens mit jenem strahlenden Gewände, dessen Fäden wie verwoben und verbunden sind aus der wunderbarsten Herrlichkeit und erhabensten Schönheit, dem golddurchwirkten Kleide der Gnade. Er tauchte die Seele der Aus-erkorenen in jenes Lichtmeer ein, dessen Strahlen hervorleuchten aus seiner eigenen unerfaßlich schönen Lichtherrlichkeit, über¬natürliches Licht, entquollen den tiefen, leuchtenden, wunderbaren Abgründen der göttlichen Vollkommenheit, durchdrang und durch¬flutete Mariens heilige Seele. Zwar blieb sie eine wahre Tochter des menschlichen Geschlechtes, aber durch die heiligmachende Gnade wurde ihr ganzes Wesen hoch erhoben über sich selbst, empor¬gezogen in die wunderbare Nähe Gottes, durchdrungen mit dem göttlichen Leben des dreieinigen Gottes. Keines Menschen Herz kann es erfassen, keine Zunge kann es künden, was es heißt: Maria war vom ersten Augenblicke ihres Lebens an im Stande der heilig¬machenden Gnade.

Und nun bedenkt es wohl, liebe Männer: Auch einem jeden von uns hat der gütige Gott dasselbe Geschenk gemacht. So hoch Maria in ihrer Herrlichkeit und Würde auch über uns stehen mag, die schönste Gabe, die ihrer Seele verliehen, ist auch uns zuteil geworden. Auch unsere Seele trägt das wunderbare golddurch- Note: 4*

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